Springer-Vorstand: Kommt faktisch einer Bestandsgarantie für die Welt gleich

11.07.2019
 

Die Wogen um den FAZ-Bericht zur Zukunft der Welt wollte der Springer-Vorstand am Donnerstag glätten. In einer Mail wandten sich Mathias Döpfner und Stephanie Caspar an die Mitarbeiter der Axel Springer-Sparte News Media National.

Die FAZ hatte am Mittwoch berichtet, dass der Finanzinvestor KKR in der Angebotsunterlage für Axel Springer die Fortführung der Welt-Gruppe an wirtschaftliche Bedingungen knüpft.

Auffallend sei, dass das offizielle Angebotsdokument in der besagten Passage nur die Welt-Gruppe zum Thema mache, zu der die Tageszeitung Welt, die Welt am Sonntag, die digitalen Angebote und ein Fernsehsender gehören. Von der Bild-Gruppe, die als lukrativer gelte, sei keine Rede, heißt in der FAZ. Ebenfalls falle der ungelenke Begriff der 'angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation' auf. Damit sei dem Vernehmen nach wohl schlicht die wirtschaftliche Entwicklung, die Rentabilität gemeint.

Zu dem Bericht sagte eine Axel-Springer-Konzernsprecherin gegenüber kress.de: "Die vertragliche Vereinbarung mit KKR beinhaltet ein klares Bekenntnis zur Welt-Gruppe. Damit bleibt die Welt ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftsstrategie von Axel Springer". Und sie betont: "Aufgrund allgemeiner kaufmännischer Erwägungen gilt selbstverständlich, so wie bisher auch, der Vorbehalt einer angemessenen Ertragslage." Alle Angebote von Springer seien langfristig an eine positive Ertragsentwicklung gekoppelt.

Am Donnerstag wendeten sich Vorstandschef Mathias Döpfner und Stephanie Caspar, Vorstand News Media National & Technology, an die Mitarbeiter der Unterehmenssparte, zu der auch die Welt-Gruppe gehört.

In der Mail, die kress.de vorliegt und deren Echtheit Axel Springer bestätigte, ist von Unruhe und Irritationen im Unternehmen die Rede. Doch die Berichterstattung der FAZ beruhe letztlich auf einer bestimmten Lesart einer kurzen Passage in der Angebotsunterlage von KKR, die sich mit wenigen Worten aufklären lasse, so Döpfner und Caspar.

Julian Deutz habe hierzu in der Donnerstags-Redaktionskonferenz der Welt bereits die wichtigsten Punkte klargestellt. "Da wir aus unterschiedlichen Gründen nicht persönlich dabei sein konnten, möchten wir Ihnen auf diesem Wege ebenfalls sehr deutlich sagen: Axel Springer ist und bleibt ein journalistisch geprägtes Haus. Bild und Welt sind die beiden Säulen von News Media National", betonen die Chefs. Und weiter: "Selbstverständlich bleibt die Welt daher - ebenso wie Bild - fester Bestandteil unserer Zukunftsstrategie. Das gilt für die Online-Angebote der Welt ebenso wie für die Printausgaben und das TV-Angebot. Dafür stehen sowohl der gesamte Vorstand als auch Friede Springer ein."

Döpfner und Caspar kommen dann in ihrer Mail auch auf den Passus in der Angebotsunterlage zu sprechen, in dem von der angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation die Rede ist: Selbstverständlich gelte unverändert, dass Axel Springer kostenbewusst arbeite, um die Ertragslage auf einem gewissen Niveau zu halten. Das entspriche der wirtschaftlichen Verantwortung. Unter diesen Voraussetzungen sei für die Welt in den Vereinbarungen mit KKR ein Ergebniskorridor definiert worden. "Er ist sehr großzügig und kommt faktisch einer Bestandsgarantie für die Welt gleich, die für Bild genauso gilt", heben Döpfner und Caspar hervor. 

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