Wie ADAC-Chef Lars Soutschka das größte und wichtigste Mobilitätsportal Deutschlands schaffen will

12.07.2019
 

36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bildeten bislang die Redaktion der ADAC Motorwelt. Weil die Inhalte künftig von der Agentur Storyboard kommen, soll sich das ADAC-Team um den Internetauftritt des Unternehmens kümmern. Denn auch im Netz hat ADAC-Geschäftsführer Lars Soutschka große Ziele.

"Unser Anspruch als Verein mit rund 21 Millionen Mitgliedern ist es, das größte und wichtigste Mobilitätsportal in Deutschland zu schaffen", sagt Geschäftsführer Lars Soutschka in der Süddeutschen Zeitung.

Anfang 2020 wird die komplette Webpräsenz des ADAC neu gestaltet, angekündigt ist ein Portal für Nachrichten aus den Bereichen Verkehr und Mobilität. Laut dem SZ-Bericht sollen angemeldete Nutzerinnen und Nutzer in dem Portal künftig ihrer Interessenslage entsprechende Inhalte angeboten bekommen. E-Bike oder Sportwagen, Reiseratschläge oder Reparaturtipps. Darum soll sich auch die bisherige Motorwelt-Redaktion kümmern.

Künftig konzentriert sich der ADAC der SZ zufolge auf nur noch zwei Apps. Die ADAC Mobility App soll praktische Hilfestellungen im Alltag leisten: Staumeldungen, Spritpreise, Verkehrsinformationen. Eine zweite Anwendung soll sich dem Thema Reise widmen: Informationen über Zielorte, Planungshinweise, Sehenswürdigkeiten. Dort sollen Nutzer auch ihre Reisedokumente hinterlegen können.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass ab dem ersten Quartal 2020 die Hubert Burda Media-Tochter BCN sowohl für Produktion, Herstellung und Druck als auch für Redaktion, Vermarktung, Marketing und Distribution der Zeitschrift ADAC Motorwelt zuständig ist.

Chefredakteur des Blattes bleibt Martin Kunz, der auch in Zukunft beim ADAC angestellt ist. Er soll das Bindeglied zwischen Autoclub und Magazinverlag sein.

Die redaktionellen Inhalte liefert künftig die Münchner Agentur Storyboard (Geschäftsführer: Markus Schönmann), die derzeit der SZ zufolge an einer Dummy-Ausgabe arbeitet.

Im März 2020 soll die neue ADAC Motorwelt mit einer Auflage von sechs Millionen erscheinen. "Mittelfristig" geht Geschäftsführer Lars Soutschka "davon aus, dass sich die Print-Auflage bei etwa fünf Millionen Heften bewegen wird", heißt es in der Süddeutschen Zeitung. Aktuell würden 13 Mio Magazine verteilt.

Hinter den Maßnahmen steckt auch ein umfangreiches Sparprogramm. Der ADAC will dem Bericht zufolge bis Ende 2020 etwa 80 Mio Euro an laufenden Kosten einsparen. Die Motorwelt sei ein zusätzlicher Kostenfaktor gewesen. Allein der Vertrieb über die Deutsche Post soll mehr als 50 Mio Euro pro Jahr verschlungen haben.

Hintergrund: Die ADAC Motorwelt erscheint künftig nicht mehr monatlich sondern viermal im Jahr.  Außerdem wird die Zustellung in die Haushalte der 20 Millionen ADAC-Mitglieder eingestellt. Vertrieben wird das Magazin ab dem kommenden Jahr über die bundesweit 178 ADAC-Geschäftsstellen und -Reisebüros, die ADAC Fahrsicherheitszentren sowie über den stationären Einzelhandel flächendeckend in den Märkten von EDEKA und Netto Marken-Discount.

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