Wie Publisher mit Facebook Geld verdienen können

 

Gib es Verlage, die 30% der Digitalerlöse über Facebook machen? Ja, sagt Jesper Doub, der bei dem Global Player für Partnerschaften mit Publishern zuständig ist, im "kress pro"-Interview. Wie Verlage mit Facebook ins Geschäft kommen.

kress pro: Nach meinen Erfahrungen dümpelt der digitale Umsatz über Facebook bei vielen Publishern irgendwo im tiefen einstelligen Prozentbereich.

Jesper Doub: Bei vielen dürfte das in diesem Bereich liegen. Bei anderen sind es Größenordnungen von 30 Prozent oder sogar mehr. Das liegt an den Geschäftsmodellen der einzelnen Verlage, das können Sie nicht über einen Kamm scheren. Es gibt welche, die konzentrieren sich auf zwei, drei Erlösströme, andere gehen über 20 oder 25.

kress pro: Fachverlage und regionale Zeitungshäuser sind das Rückgrat der Branche. Ich kenne kein Haus aus diesem Bereich, das 30 Prozent der Digitalerlöse über Facebook macht.

Jesper Doub: Das kann ich Ihnen so aus dem Kopf weder bestätigen noch widerlegen.

kress pro: Wie können Verlage grundsätzlich mit Ihnen Geschäft machen?

Jesper Doub: Das ist ein wichtiger Punkt: In der Vergangenheit war Facebook für viele Publisher die Plattform, auf der sie etwas gepostet haben. Dann haben sie Traffic bekommen, den sie durch Werbung auf ihrer eigenen Seite monetarisiert haben. Jeder hat versucht, das zu optimieren. Es gab ein paar Partner, die haben es deutlich übertrieben und sind phänomenal ins Clickbaiting abgedriftet. Es gibt inzwischen aber eine ganze Reihe von Partnern, die verstanden haben, dass das Facebook-Portfolio deutlich größer ist. Wir haben unter anderem im Bereich Subscription Partner, die inzwischen signifikant über Facebook ihre Abo-Umsätze generieren. Schauen Sie sich Le Monde an: Dort hat man es geschafft, die digitalen Abos durch die Zusammenarbeit mit Facebook um 20 Prozent zu steigern.

kress pro: Wie geht das genau?

Jesper Doub: Allein die Marketing-Leistung bei uns bietet schon eine attraktive Möglichkeit, Umsätze zu generieren.

kress pro: Dann bin ich einfach Werbekunde?

Jesper Doub: Genau. Es gibt aber ein zweites Modell, das wir speziell für Publisher entwickelt haben: In dem Moment, wo ein Nutzer beispielsweise wegen eines Facebook-Beitrags eines Publishers sagt, "ich möchte gerne abonnieren", geht der komplette Prozess an den Partner über. Das heißt: der Publisher bestimmt das Pricing, den Prozess an der Paywall und erhält die gesamten Bezahl-Daten. Ein ganz wichtiger Punkt dabei: Der Partner behält 100 Prozent des Umsatzes. Sie sehen also: Wir interessieren uns sehr wohl für die Medienunternehmen.

kress pro: Wir haben vor einigen Monaten mit Bild-Digitalmanager Stefan Betzold gesprochen. Er sagte: "Es wird von Facebook und Google sehr viel angekündigt, um Publisher bei Paid-Content-Lösungen zu unterstützen, aber die bisherigen Erfahrungen und Ergebnisse sind aus unserer Sicht noch recht bescheiden."

Jesper Doub: Zu den Zahlen der Bild möchte ich mich nicht äußern.

kress pro: Das müssen Sie ja auch nicht. Bild sagt: Es ist bescheiden.

Jesper Doub: Ich glaube, dass es unterschiedliche Wege gibt, die Werkzeuge, die wir bereitstellen, tatsächlich zu nutzen. Und es gibt Häuser, die unterschiedlich erfolgreich sind, unsere Abonnement-Lösungen einzusetzen. Wie das für Bild funktioniert, kann ich nicht kommentieren. An der Stelle muss man aber auch ganz klar sagen: Wir sind in einem kontinuierlichen Dialog.

kress pro: Entschuldigung. Sie sagen: Wir machen was für Abo-Gewinnung. Und der Marktführer in Deutschland sagt: Es ist bescheiden. Das ist eine Kritik an Ihnen.

Jesper Doub: Ich glaube nicht, dass das eine pauschale Kritik an uns ist. Ich denke, dass es viel damit zu tun hat, welches Geschäftsmodell Publisher verfolgen, welches Produkt sie versuchen, als Abonnement zu vertreiben, und welches Pricing sie wählen. Es gibt so viele Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Sonst müssten wir ja sagen: Wenn der Marktführer es nicht hinkriegt, kriegen es andere auch nicht hin. Das wäre eine normale Ableitung, für die es aber zahlreiche Gegenbeweise gibt.

Wen in Deutschland zum Beispiel? Und das Segment? News Page Index: Wie komme ich als Medienhaus auf die Liste der Auserwählten? Warum wollen Sie diese Partnerschaften mit den Publishern eingehen? Ist das Ablasshandel? Wen rufe ich bei Ihnen am besten an?

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