Wie Burkhard Graßmann den Radikalumbau bei den Burda-Programmies rechtfertigt

 

Künftig werden die redaktionellen Inhalte von "TV Spielfilm", "TV Today" und "TV Schlau" von Funke produziert. Entlassungen in Hamburg stehen an. Burkhard Graßmann, BurdaNews-Geschäftsführer, spricht von "völlig veränderten Marktbedingungen".

Es ist ein denkbar harter Schnitt, den er den Burda-Programmzeitschriften zumutet. Und fast sieht es nach einer kompletten Abtretung der renommierten, allerdings mit Auflagenverlusten kämpfenden Titel an Funke ab, was vermutlich einer kartellrechtlichen Prüfung nicht standgehalten hätte.

Fakt ist, dass nun Funke als "externer Dienstleister", wie es etwas verharmlosend bei Burda heißt, die redaktionelle Gestaltung von "TV Spielfilm", "TV Today" und "TV Schlau" übernimmt - offenbar weitgehend mit eigenen Kräften. Die redaktionelle Hoheit und die Markenführung sollen allerdings bei Burda verbleiben. Außerdem bleibt die Vermarktung der Programmies und das Digitalgeschäft der Marken in der Hoheit des Münchner Großverlages.

"TV Spielfilm"-Chefredakteur Lutz Carstens ist der vielleicht prominenteste Abgang unter dem neuen Konstrukt. Er hatte "TV Spielfilm" seit 1999 geführt und ausgebaut. Er geht mit Dankesworten von Burkhard Graßmann, der betont, dass Carstens die Marke unter anderem zum "Marktführer für digitale Programminformationen" ausgebaut habe.

Die Stelle von Lutz Carstens übernimmt Philipp Schulze als neuer Chefredakteur der Programmtitel. Er bleibt zusätzlich weiterhin "Cinema"-Chefredakteur. Zusammen mit einem Kernteam, wie es bei Burda heißt, soll er die Marken steuern und die Zusammenarbeit mit Funke koordinieren. Die Kooperation greift zum Oktober dieses Jahres.

Die bestehende "TV-Spielfilm"-Redaktion wird aufgelöst. Für die 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wolle man "möglichst sozialverträgliche Lösungen" finden, heißt es in München.

"Es muss gelingen, qualitativ hochwertige Magazine auch unter völlig veränderten Marktbedingungen marktwirtschaftlich zu produzieren", sagt Burkhard Graßmann zu dem folgenreichen Entschluss. "Wenn wir in Zukunft in diesem Bereich erfolgreich sein wollen, müssen wir rechtzeitig unsere Kräfte bündeln. Deshalb haben wir uns entschieden, im TV-Segment mit Funke neue Wege in der Zusammenarbeit zu gehen. Ich bedaure aufrichtig, dass damit im Fall von TV Spielfilm der Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist."

Michael Geringer, Verlagsgeschäftsführer der Funke Zeitschriften, freut sich dagegen, dass Burda auf die Funke-Kompetenz im TV-Segment setzt. "Diese Wertschätzung zahlen wir mit hochwertigen und relevanten Inhalten zurück", lässt er sich zitieren.

Exklusive Storys und aktuelle Personalien aus der Medien- und Kommunikationsbranche gibt es von Montag bis Freitag in unserem kressexpress. Kostenlos unseren Newsletter abonnieren.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.