Wie Carsten Schmidt Sky Deutschland neu erfinden will

29.07.2019
 

kress.de hatte in den letzten Wochen bereits über einige Abgänge von Führungskräften bei Sky Deutschland berichtet. Jetzt hat CEO Carsten Schmidt in einem Interview den Stellenabbau konkretisiert. Und er sucht neue Mitarbeiter mit "anderen Kompetenzen".

Sky-Deutschland-CEO Carsten Schmidt baut in der Zentrale des Bezahlsenders um, zahlreiche Stellen fallen weg. "Am Standort Unterföhring beschäftigen wir rund 2000 Mitarbeiter und wir sprechen von einer zweistelligen Zahl an betroffenen Positionen sowie zudem von einer niedrigen zweistelligen Zahl an Führungskräften", sagt der Manager in einem Interview mit dem "Handelsblatt".

Schmidt will den Abbau möglichst schnell abschließen. "Wir gehen den Weg unter anderem über ein Freiwilligenprogramm, das die Mitarbeiter kommunikativ mitnimmt und absolut transparent ist. Bis September wird dieser Prozess abgeschlossen sein", kündigt Schmidt an. Ziel sei es, dass Sky Deutschland effektiver und agiler werde.

Die Umstrukturierung sei kein Zeichen wirtschaftlicher Schwäche der Tochter des US-Konzerns Comcast, betont Schmidt: "Was wir jetzt tun, ist etwas, was jedes erfolgreiche Unternehmen tun sollte, nämlich sich immer wieder ein Stück weit neu zu erfinden." Gleichzeitig stelle Sky auch neue Mitarbeiter ein, "nur suchen wir eben andere Kompetenzen".

Sky Deutschland soll unter Carsten Schmidts Führung ein digitales Unternehmen werden: "Dafür investieren wir unter anderen massiv in Inhalte, aber auch in Technologie. Darüber hinaus bauen wir ein digitales und flexibles Arbeitsumfeld, sei es über E-Learning Angebote oder die Möglichkeit für Mitarbeiter die eigene Arbeit zeitlich und räumlich noch flexibler zu gestalten. Zudem werden wir internationaler, setzen verstärkt auf Diversität und Inklusion. Und unsere Mitarbeiter sollen in Zukunft noch unternehmerischer agieren können", erklärt der CEO im "Handelsblatt".

Schmidt selbst führt persönlich viele Gespräche mit Mitarbeitern und produziert Videoblogs. Gerade habe man sich intensiv mit der Belegschaft in einem Fish-Bowl-Event ausgetauscht. Das sei ein Format, in dem sich das Management den Fragen der Mitarbeiter stelle und diese direkt beantworte.

Sein persönlicher Plan sieht so aus: "Ich bin hochmotiviert und habe noch einiges bei Sky vor. Aber ich habe auch einmal in einem Interview gesagt, dass ich das Unternehmen mit 60 nicht mehr führen werde. Dazu stehe ich nach wie vor. Jetzt bin ich 55."

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