Neu im ARD-Hörfunkstudio Los Angeles: Katharina Wilhelm kämpft gegen Klischees

31.07.2019
 

Für sie geht "ein großer Traum" in Erfüllung. Katharina Wilhelm ist neue ARD-Korrespondentin in Los Angeles. Mit welchen Klischees sie aufräumen will.

Am 1. August tritt Katharian Wilhelm (36) die Nachfolge von Nicole Markwald im ARD-Studio Los Angeles an. Von hier aus berichtet Wilhelm ab sofort crossmedial für die Hörfunkprogamme der ARD. Wilhelm kam 2009 als Volontärin zum Hessischen Rundfunk (hr), bislang ist sie Redakteurin bei hr-Info.

"Im hr war ich als Reporterin oft aktuell im Ü-Wagen unterwegs, wenn es im wörtlichen Sinne gebrannt hat. Zudem habe ich in der Politikredaktion von hr-Info gearbeitet, mit dem Schwerpunkt auf Umweltpolitik", sagt Wilhelm. Dass die gebürtige Mainzerin als Redakteurin und Autorin auch für die Kinder-Nachrichtensendung "logo!" im Zweiten Deutschen Fernsehen tätig war, dürfte ihr in ihrem neuen, zunehmend crossmedialen Arbeitsumfeld zugute kommen.

Die Axel-Springer-Preisträgerin will als ARD-Korrespondentin mit diversen Klischees aufräumen, etwa dass Amerikaner am Weltgeschehen desinteressiert und "ignorant" seien. Das Gegenteil sei der Fall, und "gerade jetzt, wenn es um Themen wie den Brexit geht, erlebe ich oft, dass sich die Menschen darüber austauschen." Ein positives Klischee, nämlich dass Kalifornien in Umweltfragen sehr "progressiv" sei, stimme nur im Vergleich mit anderen US-Bundesstaaten, nicht aber im internationalen Maßstab, denn "hier fährt halt wirklich die große Mehrheit Auto", während die öffentliche Infrastruktur ebenso wie die Bauten noch immer unterentwickelt und energetisch ineffizient seien.

Zu den journalistischen Dauerthemen gehören für Katharina Wilhelm die Tech-Firmen im Silicon Valley - von Facebook über Google bis Apple - ebenso wie die wiederkehrenden sommerlichen Waldbrände. Auch die grassierende Obdachlosigkeit in den Metropolregionen und die geografisch naheliegenden Themen Flucht und Migration will sie im Blick behalten. Als studierte Filmwissenschaftlerin freut sie sich besonders "auf die großen Veranstaltungen à la Oscars und Emmys" und will beobachten, "wie gut sich 'Old Hollywood' auf Dauer gegen neue Konkurrenten wie Netflix, Amazon und Hulu behaupten kann". 

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