Was kosten die Regionalmedien von DuMont?

 

Aus "Wiegands Notizen", der Kolumne von Chefredakteur Markus Wiegand in kress pro.

Funke und Madsack galten als wichtigste Interessenten für das DuMont-Regionalgeschäft. Funke allerdings hat in aller Öffentlichkeit abgesagt und auch Madsack-Verantwortliche winken in informellen Gesprächen nur müde ab.

Es ist von außen schwer zu beurteilen, wie viel davon Verhandlungstaktik ist. Eine gut informierte Quelle jedenfalls hat erfahren, dass beide Häuser längst wieder im Gespräch mit DuMont sein sollen.

Ein Knackpunkt in den Verhandlungen ist der Preis. Letztlich müssen die beiden Familienstämme um Isabella NevenDuMont und Christian DuMont Schütte entscheiden, wie viel sie erlösen wollen. DuMont-Chef Christoph Bauer hat stets betont, dass man das Regionalgeschäft künftig auch weiter betreiben könnte.

In den Verkaufsunterlagen wird für 2018 ein Ebitda-Ergebnis (vor Steuern und Abschreibungen) von 50 Millionen Euro für das gesamte Regionalgeschäft genannt. Der Umsatz dürfte geschätzt bei etwas oberhalb von 450 Mio. Euro liegen. Mögliche Interessenten rechnen das Ergebnis mal drei, was einem Preis von rund 150 Mio. Euro entsprechen würde. DuMont stellt sich aber offenbar den Faktor fünf vor: also 250 Mio. Euro.

Aus dem Umfeld des Madsack-Aufsichtsrates allerdings verlautet, dass man auf keinen Fall das ganze Paket kaufen will. Ein Auge hat man aber allerdings auf die "Mitteldeutsche Zeitung" in Halle geworfen. Der Titel würde die "Leipziger Volkszeitung" perfekt ergänzen. Der Verlag rund um die "Mitteldeutsche" hat 2018 bei einem geschätzten Umsatz von rund 130 Mio. Euro ein Ebitda-Ergebnis von 13 bis 14 Mio. Euro erwirtschaftet. Daraus errechnet man in Hannover einen Preis von rund 40 Mio. Euro.

Die Preisfindung ist auch deshalb so schwierig, weil niemand einschätzen kann, ob sich der Niedergang im Werbemarkt beschleunigen wird.

Möglicherweise wäre es für DuMont besser gewesen, einen Deal zu machen, der vor rund zwei Jahren im Gespräch war. Die Überlegung: DuMont hätte Teile seines Geschäfts bei Funke eingebracht und dafür eine 25-Prozent-Beteiligung bekommen.

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