Studie: Nicht einmal jeder Zweite erkennt einen Text von einer KI

14.08.2019
 

Die Unterscheidung zwischen automatisch und menschlich verfassten Nachrichtentexten wird immer schwieriger, da sich viele KI-Texte bereits heute so lesen lassen, als seien sie von Menschen geschrieben worden. Eine aktuelle Studie liefert Zahlen.

Nur 39 Prozent der Befragten haben den richtigen KI-Text im Test identifizieren können (siehe Grafik). Dies geht aus einer Studie von Statista hervor, die nextMedia-Hamburg im Vorfeld der Medienkonferenz scoopcamp durchgeführt hat.

Laut der Studie können sich 83 Prozent der Befragten vorstellen, mit Künstlicher Intelligenz zu kommunizieren. Das entspricht einem Zuwachs um 25 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. 2018 hatten sich noch 58 Prozent der Deutschen eine solche Kommunikation grundsätzlich vorstellen können.

Denkbar ist für die Befragten dabei vor allem der Konsum von automatisch generierten Kurzmeldungen wie Wetterberichten (63 Prozent) und Verkehrsnachrichten (51 Prozent). KI-generierte Musik zu hören, kommt für 34 Prozent in Frage, ein KI-generiertes Buch zu lesen, ist für 30 Prozent vorstellbar. Skeptischer sind die Befragten dagegen bei politischen Berichten, die automatisch erstellt wurden. Nur 13 Prozent würden derartige Nachrichten konsumieren wollen (siehe Grafik).

Auch das Kennzeichnen von KI-Texten ist umstritten: Wenn es auch 29 Prozent der Deutschen überhaupt nicht interessiert, ob eine Künstliche Intelligenz im Kreationsprozess von Medien beteiligt war, wünschen sich 77 Prozent, dass KI-Anwendungen als solche erkennbar bleiben sollten. Nur zehn Prozent der Befragten sprechen sich dagegen für die Vermenschlichung von KIs aus (siehe Grafik).

Die Glaubwürdigkeit von automatisch erstellten Texten führt zu Verunsicherung bei den Bundesbürgern: Während 43 Prozent KI-Nachrichten für glaubwürdig halten, hegen 57 Prozent Zweifel. Dabei scheinen die Befragten weniger Angst vor der KI an sich als vor den Programmierern dahinter zu haben: So befürchten 54 Prozent, dass Entwickler die KI für eine eigene Agenda missbrauchen könnten. Weiteren 62 Prozent gefällt es nicht, dass eine Künstliche Intelligenz nicht für Inhalte verantwortlich gemacht werden kann (Siehe Grafik: "Warum halten Sie KI-generierte Nachrichten für unglaubwürdig?").

Zusammenfassend zeigt die Studie: Die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz hat innerhalb eines Jahres deutlich zugenommen. Dabei entpuppen sich Kurzmeldungen wie Wetterberichte oder Verkehrsinformationen als beliebte, vorstellbare KI-Formate. Gleichzeitig wünschen sich die meisten Deutschen klare Leitlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und entsprechende Hinweise, wenn sie zum Einsatz kommen. Denn obwohl sie sich wünschen, dass automatisch erstellte Beiträge auch als solche identifizierbar bleiben, werden KI-Texte nicht mehr so einfach erkannt.

Tipp: Lesen Sie hierzu auch die kress pro-Story: Wo KI in den Medien eingesetzt wird

Hintergrund: Die online-repräsentative Studie wurde im Vorfeld des scoopcamp von Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg zwischen dem 25. Juni und 30. Juni 2019 durchgeführt. Insgesamt haben 1.000 Personen teilgenommen, die zu 50,4 Prozent männlich und zu 49,6 Prozent weiblich sind. Die Studie ist der dritte Teil des Media Innovation Reports von nextMedia.Hamburg.

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