Was DJV-Chef Überall zu Rezos Medienschelte sagt

21.08.2019
 

"Ich bin so froh, dass das kein Teil von meinem Leben ist, dass diese ganze Printwelt ganz fern von mir ist, Alter": YouTuber Rezo schimpft in einem Video über Journalisten und Printmedien. DJV-Vorsitzender Frank Überall findet die pauschale Diffamierung problematisch.

Rezo, der mit seinem YouTube-Video "Zerstörung der CDU" populär wurde, zieht als Gast bei dem YouTube-Kanals "Space Frogs" über Journalisten her, über die er sich geärgert hat. "Journalisten sind teilweise so dumm". Rezo kritisiert, dass eine Zeitung ihn um eine Stellungnahme zur Flugzeugnutzung von Menschen gebeten habe, die in einem seiner Videos zu sehen gewesen seien. Die Anfrage fand er nicht nachvollziehbar. Aus seiner Sicht war es die "unnötigste Mail, die ich seit Langem erhalten habe".

Rezo blättert in dem 14-minütigen Video, das bereits über 300.000 Aufrufe hat, aktuelle Zeitungsausgaben durch und regt sich dabei über manches auf: "Ey, wer liest das, wer kauft das, wer unterstützt das finanziell?", fragte er angesichts der Schlagzeile einer Boulevardzeitung über gewaltbereite Flüchtlinge. Der Youtuber beschwert sich außerdem über einen unangemeldeten Besuch von Journalisten, wundert sich darüber, dass Tageszeitungen noch Fernsehprogramm veröffentlichen und macht sich lustig darüber, dass Boulevardzeitungen berichteten, was es bei Heidi Klums Hochzeit zu essen gab.

"Es gibt auch gute Journalisten", räumt Rezo ein, "das ist wie bei YouTube". Aber: "Ich bin so froh, dass das kein Teil von meinem Leben ist, dass diese ganze Printwelt ganz fern von mir ist, Alter."

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte Rezos Aussagen in einer Pressemitteilung scharf, nahm die Kritik aber später zurück.

DJV-Vorsitzender Frank Überall sagte der Deutschen Presse-Agentur, er halte die pauschale Diffamierung, dass Printmedien von gestern seien, nach wie vor für problematisch. Gerade jungen Leuten bei YouTube mit auf den Weg zu geben, Tageszeitungen seien etwas für Ewiggestrige, finde er traurig. Aber nicht alle im DJV hätten die Kritik Rezos als pauschale Diffamierung wahrgenommen. Deshalb zog der DJV die entsprechende Pressemitteilung wieder zurück. Überall hat sich inzwischen via Twitter auch bei Rezo für die Pressemitteilung entschuldigt und dem YouTuber ein Gespräch angeboten. Rezos Antwort: "Schwamm drüber, ja, lass uns das gerne tun!"

Hintergrund: Rezos YouTube-Kanal hat 1,7 Mio Abonnenten. Im Mai trieb er mit seinem Video "Zerstörung der CDU"-Video die Partei tagelang vor sich her. Der aktuelle PR Report hat den Fall Rezo unter die Lupe genommen und nennt 5 Lektionen für die Kommunikation von Unternehmen.

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Ihre Kommentare
Kopf

Dieter Zurstraßen

21.08.2019
!

Hey, Rezo und ihr Space Frösche, nehmt ihr in Eurer Blase eigentlich noch wahr, wie die reale Welt aussieht? Ja, auch in den Printmedien! Wo sind denn Fake News und Hate Speech eskaliert? Doch bei EUCH! Und wenn ihr meint, ihr könnt dem effektiv widersprechen - wie behauptet - dann ist das eher eine lächerliche Selbstüberschätzung. Es sind die Journalisten in den "alten" Medien, die dies tun, nicht ihr! Und was ist das Essen bei Klums Hochzeit gegen die Schminktipps euer Influenzer...


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