5 Tipps für Publisher: Wie Podcasts erfolgreich werden

 

Audio-Experte Martin Liss gibt Publishern Tipps fürs erfolgreiche Podcasting. Zum Dossier des aktuellen kress pro.

1. Welche Überlegungen zum Podcasting sollte ein Publisher vor seinem geplanten Einstieg anstellen?

Martin Liss: Erstens: Was ganz genau ist mein Thema? In welchem Bereich habe ich eine große Leidenschaft und/oder tatsächliches Expertenwissen? Wird das Thema meines Podcasts inhaltlich und von der Art der Umsetzung schon ausreichend bedient? Zweitens: Hat mein Team mittel- und langfristig die Zeit und die Energie, das Thema regelmäßig in gleichbleibender (oder sich steigernder) Qualität zu bearbeiten und in gleichbleibenden Intervallen neue Folgen zu produzieren? Kann ich ernsthaft dafür einstehen, regelmäßig in die Recherche, das Schreiben und die Umsetzung einer neuen Folge zu investieren? Die größten Hürden zu einem erfolgreichen Podcast sind unklare Inhalte-Strategie und mangelndes Durchhaltevermögen.

2. Welches technische Know-how muss man aufbauen?

Eigentlich reicht schon ein Smartphone mit einem guten Mikro und einer App, wie z.  B. Anchor, die sich quasiautomatisch um alles andere kümmert, vom Schneiden bis zum Publizieren. Profis produzieren in akustisch sauberen Studios mit gutem Equipment und vielen technischen Hilfsmitteln. Das ist aber keine zwingende Voraussetzung für einen erfolgreichen Podcast. Das wichtigste Know-how, das ein Podcaster braucht, ist kein technisches, sondern ein hörfunkjournalistisches. Er muss Storytelling können. Wer gut Geschichten erzählt, egal, ob ganz alleine, in Gesprächen mit anderen oder mit Hilfe aufwendiger Tonproduktionen, der wird auch gute Podcasts produzieren.

3. Wie findet man geeignetes Personal?

Versuchen Sie, motivierte und talentierte Mitarbeiter in Ihrem Team für das Podcasting zu gewinnen. Das bringt Erfolg. Idealerweise findet sich ein bekannter Kopf, der seine Themen im Griff hat und bei dem das Zuhören Spaß macht. Sie können aber aus einem staubtrockenen Fachmann keinen leidenschaftlichen Geschichtenerzähler machen. Aus einem guten Geschichtenerzähler kann aber ein Experte werden. Einen richtig schlechten Podcast verzeiht niemand, dafür ist Hören ein zu intimes und intensives Erlebnis.

4. Mit welchen Personalkosten muss er kalkulieren?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Wenn man von null beginnt, sollte man mit zwei bis drei Personal-Rollen pro Podcast rechnen: ein Redakteur, der auch die organisatorische Arbeit im Hintergrund und das Marketing macht; ein Sprecher, der auch inhaltlich-redaktionell arbeitet; und ein Produzent, der den Sound verantwortet, Material schneidet, Effekte hinzufügt oder Interviews aufzeichnet. In der Praxis gibt es oft Mischformen. So kann der Nachrichtenchef auch der Sprecher des Podcasts oder der audiophile IT-Techniker zugleich der Produzent sein. Natürlich wäre es wünschenswert, dass Redakteure, die qua Podcast mehr leisten, auch dafür bezahlt werden. Die Regel ist das beileibe nicht, auch weil Markt und Geschäftsmodell beim Podcasten erst im Entstehen sind.

5. Wie findet ein Publisher das für ihn passende Monetarisierungsmodell?

Nach den bisher vorliegenden Untersuchungen auch für den deutschen Markt wird Werbung (egal welcher Form) in Podcasts gut toleriert, und Podcasts aktivieren Hörer extrem zuverlässig. Allerdings müssen Produkt und Podcast – anders als etwa in der Radiowerbung – einigermaßen zusammenpassen, sonst wird’s kontraproduktiv. Welche Form die richtige ist, hat viel mit Thema und Zielgruppe zu tun. Meist findet man immer eine bessere Lösung als die, den Radiospot einfach auch auf dem Podcast laufen zu lassen – wobei natürlich auch das möglich ist. Spannend sind auch Direktfinanzierungsmodelle wie Paid Podcast, Microfinancing oder Crowdfunding.

Welches Know-how muss ein Publisher in Sachen Monetarisierung aufbauen? Welchen Marketingaufwand muss er für die Verbreitung seines Podcasts einkalkulieren? Wie kann er seine Podcasts in die Gewinnzone bringen?

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