Wie Youtube große und kleinere Publisher am Bewegtbildboom beteiligen will

 

Videos werden in Zukunft noch relevanter – und damit auch die Plattform Youtube. Andreas Briese ist Director Youtube Partnerships Central Europe und erklärt im kress pro-Interview, wie deutsche Publisher dort mitspielen können.

kress pro: Prognosen sagen, dass 2021 voraussichtlich 82 Prozent des gesamten Internet-Traffics Videos ausmachen werden. Grund genug auch für klassische Verlage, ihre Aktivitäten bei Youtube zu verstärken. Sind die Publisher schon dabei?

Andreas Briese: Wir arbeiten mit vielen Publishern zusammen – doch es ist klar: Video ist nicht das Kernmedium der Verlage. TV-Sender können auf Youtube sehr einfach Videos zweitverwerten, das geht bei klassischen Printmedien natürlich nicht. Doch auch die Verlage wollen neue Zielgruppen erschließen, die über das bisherige Outlet immer schwieriger zu erreichen sind. Und viele kommen dann auf Videos, weil das einfach ein interessanter Markt ist, auch bezüglich der Refinanzierungssituation. Wir helfen den Verlagen, ihr Publikum auf Youtube zu finden, Reichweite aufzubauen und Geld zu verdienen.

kress pro: Wie genau sieht diese Hilfe aus?

Andreas Briese: Gerade die junge Bevölkerung nutzt stark soziale Medien, um sich zu informieren. Da sind aus unserer Sicht Newsprovider extrem wichtig, weil es uns darum geht, nachhaltig ein gutes Newsangebot auf Youtube zu haben. Deshalb arbeiten wir stark mit Sendern und Verlagen zusammen. Das machen wir, indem wir versuchen, für Newsangebote spezielle Flächen auf Youtube zu schaffen, in die nur hochwertige Nachrichtenquellen hereinkommen. Youtube stellt Publishern ein eigenes, erweitertes News-Support-Team zur Verfügung und ist Teil der Google News Initiative. In persönlichen Workshops und nationalen beziehungsweise internationalen Arbeitsgruppen werden gemeinsam mit den Publishern Strategien zur Verbreitung der Nachrichten-bezogenen Inhalte erarbeitet.

kress pro: Was bieten Sie genau an?

Briese: Darüber hinaus betreut das Youtube-Partnerships-Team einige Verlage schon seit langer Zeit und arbeitet mit ihnen eng zusammen, um ihren Youtube-Auftritt zu optimieren. Youtube unterstützt Verlage in Bezug auf Themen wie Suche und Auffindbarkeit, Kanalstrategie und Entwicklung. Video ist ein teures Medium. Man muss es selbst produzieren, aber auch selbst verbreiten. Wir helfen, die Kosten klein zu halten. Das heißt, wir stellen Verlagen den Videoplayer kostenlos zur Verfügung, auch in einer White-Label-Version. Mit der Möglichkeit, dass wir vermarkten – oder auch, dass der Verlag co-vermarktet. Das nennt sich Player-for-Publisher-Programm.

kress pro: Sicherlich interessant für große Publisher – aber was ist mit den Mittelständlern und den Regionalverlagen?

Briese: 45 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Youtube, wir sind aber dennoch kein Massenmedium, wie man das vom Fernsehen kennt. Was uns ausmacht, ist, dass wir für jeden das passende Video haben. Die Nische lebt auf Youtube. Es gibt wahnsinnig viele Interessengruppen, und wir haben viele verschiedene Videos, die jedes Interesse abdecken. Wenn zum Beispiel ein kleinerer, regionaler oder mittelständischer Verlag in einem ganz speziellen Bereich ein Know-how aufgebaut hat, dann kann dazu auch ein Publikum aufgebaut werden. Spezielle Anbieter können großen Erfolg auf Youtube haben – ob das nun ein Angebot für eine Region ist, für Hobbys wie Haus und Garten oder meinetwegen auch Stricken. Wir haben einen Strick-Kanal, da gibt es pro Video mehrere Hunderttausend Aufrufe – man soll es gar nicht glauben!

kress pro: Gibt es noch mehr Beispiele?

Briese: Im ganzen How-to-Bereich tut sich viel. Wenn ich ein Verlag wäre, würde ich überlegen: Was ist mein spezielles Gebiet, worin bin ich wirklich gut, wo habe ich Endkunden-Beziehungen – und wie kann ich dieses Know-how nutzen, um diese Nische auf Youtube zu belegen und aufzubauen? Das dauert natürlich etwas mit der Reichweite. Es gibt sehr viele Channelbetreiber, die das vorgemacht haben, wie man erfolgreich wird – und von denen man lernen kann. Die Youtuberin Sally hat zum Beispiel vor sechs, sieben Jahren angefangen, einen Kochkanal zu betreiben. Sallys Welt ist heute ein Koch- und Lifestyle-Kanal, sie hat mittlerweile 40 Angestellte.

Brauchen die Verlage ein Gesicht, das die Inhalte präsentiert? Was ist, wenn die Videos nicht ganz so hochwertig produziert werden können? Was bietet der Youtube-Player für Publisher genau? Wie hoch ist der TKP bei Publisher-Videos? Was bringt ein Publisher-Video im Schnitt ein?

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