Wie Bertelsmann Talente anlockt und auswählt

 

Der Job-Kandidatenmangel macht immer mehr Medienhäusern zu schaffen. Im Gespräch mit "kress pro" verrät Top-Managerin Judith Gördes, Vice President Employer Branding & Talent Acquistion bei Bertelsmann, wie sie die Bewerberjagd steuert.

Auch Global Player tun sich offenbar nicht immer ganz leicht, sich den gelegentlich martialisch als "War of Talents" beschriebenen Herausforderungen auf einem oftmals fast leer gefegten Bewerbermarkt zu stellen. Im Vier-Seiten-Dossier "Employer Branding" in "kress pro" (5/2019) geben Spitzenkräfte der Medienbranche Auskunft, mit welchen Tipps, Tricks und gut etablierten Traditionen sie geeignete Talente an ihre Häuser binden.

Auf Karriere-Events mit Top-Level-Eins-zu-Eins-Betreuung setzt Judith Gördes, wie sie sagt. "Talent Meets Bertelsmann ist als rein deutsches Event gestartet und wurde im Laufe der Zeit immer internationaler. Mittlerweile schaffen wir es mit unserer Marke, Studierende aus 116 Ländern der ganzen Welt zu begeistern", berichtet sie.

Dabei gilt die Maxime: Pro Bewerber ein Manager! "Uns ist es wichtig, dass rechnerisch jedem Teilnehmer ein Unternehmensvertreter zum persönlichen Austausch zur Verfügung steht. Bei 60 Teilnehmern sind also auch 60 Führungskräfte aller Bertelsmann-Bereiche vor Ort", sagt Judith Gördes. "Dieser Aufwand lohnt sich allemal; unsere Führungskräfte halten auf der Veranstaltung Ausschau nach Nachwuchs für ihre Bereiche und knüpfen erste Kontakte. Auch hier macht sich die Internationalisierung bezahlt. Der Branding-Effekt an dieser Stelle lässt sich schwer in Geld umrechnen, zahlt sich aber durch eine große Reichweite aus: Die Teilnehmer berichten als Botschafter an ihren Universitäten vom Event und in der Regel von den inspirierenden Menschen, die sie kennengelernt haben."

Außerdem legt die oberste Bertelsmann-Headhunterin großen Wert auf eine gute Mischung. "Die rund 1.000 Bewerber werden jedes Jahr zunächst anhand ihrer Passung durch Studiengang und Praxiserfahrung sowie sozialem Engagement ausgewählt. Die Kandidaten auf der Shortlist beantworten dann Fragen in einem zeitversetzten Online-Interview", sagt Judith Gördes. "Wichtig ist uns Interesse in einem der Bereiche, in denen Bertelsmann tätig ist: Medien, Services und Education. Sehr gute Englisch-Kenntnisse sind ebenfalls essenziell. Unser Ziel ist eine gute Mischung aus Internationalität, fachlichem Hintergrund, zum Beispiel Business, Creative, Data/Technology, sowie diverse Universitäten."

Bei ihren Employer-Branding-Aktivitäten geht es auch darum, eine Community ins Leben zu rufen. "Der Gedanke von Talent Meets Bertelsmann war immer schon der Aufbau eines nachhaltigen Netzwerks", so Gördes. "Wir haben seit 2008 über 150 Kandidaten eingestellt. Viel wichtiger ist uns aber, dass wir mit insgesamt mehr als 600 Kandidaten im Austausch stehen – nicht nur zu Karrierethemen, sondern auch fachlich oder zu möglichen Partnerschaften. Unsere Alumni nutzen dieses Netzwerk zudem auch untereinander – so ist schon die eine oder andere Start-up-Idee entstanden. Davon profitieren unsere Geschäfte nicht unmittelbar, trotzdem ist die Investition in diese Community ein großer Erfolg. Kurz: Geduld lohnt sich!"

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kress pro - das Magazin für Führungskräfte in Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Markus Wiegand.

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