Das sind die neuen Eigentümer des Berliner Verlags

17.09.2019
 

Nach zehn Jahren in der Unternehmensgruppe DuMont erhält der Berliner Verlag neue Eigentümer. Silke und Holger Friedrich übernehmen den Verlag, zu dem Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Berliner Abendblatt gehören. Wer sie sind und was sie vorhaben.

Wer sind die neuen Eigentümer des Berliner Verlags?

Silke Friedrich hat nach dem Abitur und einer kaufmännischen Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation studiert. Gemeinsam mit Ralf Regitz, Gründungsmitglied und Organisator der Loveparade, hat sie das ewerk revitalisiert und am Markt positioniert. Sie leitet die Berlin Metropolitan School, die mit über 1.000 Schülern die größte internationale Schule Berlins ist.

Holger Friedrich studierte nach dem Abitur und einer Berufsausbildung Germanistik und Informatik an der Universität Potsdam. Nach seinem Studium etablierte er ein Software-Technologieunternehmen, das 2003 von SAP gekauft wurde. Von SAP wechselte er als Partner zu McKinsey & Company und nachfolgend als Vorstand zur Software AG. 2009 gründete er den Technology Think Tank Core.

Silke Friedrich und Holger Friedrich sind verheiratet und haben drei Kinder.

Was wollen die neuen Eigentümer des Berliner Verlags?

Silke Friedrich fasst die Motivation für den Kauf so zusammen: "Wir verstehen diesen Schritt als zivilgesellschaftliches Engagement in bewegten Zeiten und freuen uns auf diese Aufgabe sowie die Zusammenarbeit mit dem Team." Sie sieht die vor ihnen liegende Aufgabe als eine inhaltlich sowie technologisch motivierte Transformation: "Die Prioritäten für das sich neu formierende Team aus Verlegern und Mitarbeitern liegen in der Auswahl der Themen, der Qualität der Recherchen und der damit notwendigen Unabhängigkeit im Meinungsbildungsprozess sowie in einer auf modernen Technologien basierenden Publikation. Wenn wir als Team aus Verlegern und Journalisten die Freude am Diskurs als Herausforderung annehmen, wird es uns gelingen, diese Begeisterung auf unsere Leser zu übertragen."

Silke und Holger Friedrich übernehmen den Verlag mit Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Berliner Abendblatt, deren Digitalangeboten, BerlinOnline, dem Corporate Publisher mdsCreative und der Berliner Zeitungsdruckerei und werden ihn in die Holding der Familie Friedrich überführen. Ihre langfristigen Ziele: "Wir möchten das Profil des Berliner Verlags stärken und mit einer versachlichten, faktenbasierten Berichterstattung den politischen und gesellschaftlichen Diskurs für Berlin und aus Berlin heraus bereichern." Dazu gehörten ebenso die durchgängige Digitalisierung der Angebote wie die Ausrichtung des Verlages auf zukunftsfähige Formate. "Mit konsequent digital ausgerichteten Angeboten und einer tiefgehenden Aufarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen, möchten wir ein breiteres Publikum ansprechen und mit den Lesern stärker in Kontakt treten, als dies bisher der Fall ist", so die neuen Eigentümer.

Was sagt DuMont und wie geht der Verkaufs-Prozess der Regionalmedien weiter?

Für den Verkäufer DuMont ist dies "der erste Schritt der Portfolio-Überprüfung im Geschäftsfeld Regionalmedien". Der Prozess dauere noch an und werde voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Über den Verlauf der Überprüfung weiterer Medienhäuser sowie Medien- und Management-Services, Druck und Logistik will DuMont entsprechend informieren.

2009 hatte DuMont den Berliner Verlag von der Mecom Group übernommen. Christian DuMont Schütte, Aufsichtsratsvorsitzender von DuMont, fasst zusammen: "Das Team in Berlin hat in den vergangenen zehn Jahren innovative Lösungen für den Medienmarkt der Hauptstadt entwickelt und insbesondere die Berliner Zeitung als feste publizistische Größe in der Stadt verankert. Wir freuen uns, den Verlag jetzt in die Hände von Berlinern zu übergeben, die diese Arbeit mit dem Team fortführen und weiter in die Zukunft des Verlages investieren wollen."

Christoph Bauer, CEO von DuMont, ergänzt: "Unsere Portfolio-Überprüfung ist komplex. Unser Ziel ist es, die beste Lösung für unsere Mitarbeiter, unsere Publikationen und die Standorte zu erarbeiten. Dabei prüfen wir sehr genau die Optionen, die jeder einzelne Standort hat. Dass die neuen Eigentümer den Berliner Verlag nachhaltig fortführen und weiterentwickeln wollen, hat uns überzeugt und final den Ausschlag gegeben."

Über den Preis des Verkaufs, dem noch das Bundeskartellamt zustimmen muss, wurde Stillschweigen vereinbart.

Hintergrund: Zur DuMont-Gruppe gehören unter anderem auch noch der Kölner Stadt-Anzeiger, Express, Mitteldeutsche Zeitung und Hamburger Morgenpost. Bereits Ende Februar hatte die Mediengruppe angekündigt, eine Neuausrichtung ihrer Aktivitäten zu prüfen und dabei auch den Verkauf von Unternehmensteilen nicht ausgeschlossen (kress.de berichtete).

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