Fehlende Belege: Buschmann wird nicht Investigativchef des Spiegel

26.09.2019
 

Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann hat die geplante Beförderung von Investigativreporter Rafael Buschmann abgeblasen. Wie es dazu kam. 

Rafael Buschmann (37) sollte eigentlich spätestens ab September das neu gemischte Investigativ-Team des Spiegel leiten. Doch dazu kommt es nicht: Am Mittwoch hat die Chefredaktion nach einer wochenlangen internen Untersuchung die zunächst nur zurückgestellte Beförderung abgeblasen. Buschmann bleibt nun Investigativreporter, das Team wird den Blattmachern unterstellt. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Im Spiegel-Intranet habe Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann die Hintergründe erklärt. Buschmann selbst soll Klusmann angeboten haben, auf die Beförderung zum Teamleiter zu verzichten. Klusmann habe "dieses Angebot angenommen", so die SZ unter Verweis auf das Schreiben. Der Hintergrund sei ein fehlender Beleg für eine Behauptung, die in einem mehr als fünf Jahre alten Artikel aufgestellt wurde.

"Wir haben es im investigativen Journalismus nicht selten mit dubiosen Quellen zu tun, um so entscheidender ist eine belastbare Beleglage. Die aber fehlt uns in diesem Fall", wird Klusmanns interne Mitteilung in der SZ zitiert. Aus heutiger Sicht würde der Spiegel den Artikel "so nicht mehr drucken". Es reiche nicht, dass "die Gegenseite ihrerseits keinen ultimativen Beleg für die Behauptung hat, wir hätten falsch berichtet. Die Beweislast fällt hier tatsächlich uns zu", heißt es weiter. Der Text "Faule Äpfel" sei aus dem Netz genommen worden.

Exklusive Storys und aktuelle Personalien aus der Medien- und Kommunikationsbranche gibt es von Montag bis Freitag in unserem kressexpress. Kostenlos unseren Newsletter abonnieren.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.