Wer gewinnt den Machtkampf bei der SZ?

 

Über die komplizierten Machtverhältnisse in München schreibt Chefredakteur Markus Wiegand in seiner aktuellen kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen".

Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe (am 3. Oktober) ist die Frage ungeklärt. Denn noch steht Digitalchefin Julia Bönisch auf der Gehaltsliste des Süddeutschen Verlags. Allerdings, so ist aus Verlagskreisen zu hören, verhandelt man bereits seit Längerem über die Abgangsmodalitäten.

Julia Bönisch fehlte zuletzt urlaubs- und krankheitsbedingt, so dass auch im Haus eigentlich alle davon ausgehen, dass sie die "Süddeutsche" verlässt. Vorausgegangen war ein tiefes Zerwürfnis zwischen der Digitalchefin und den Print-Chefredakteuren Kurt Kister und Wolfgang Krach. Kress hat vor der Sommerpause darüber ausführlich berichtet (kress pro 6/19).

Der Fall illustriert die komplizierten Machtverhältnisse in München. Denn eigentlich waren Verlagsführung und Management mit der Arbeit von Julia Bönisch zufrieden und hofften bis zuletzt, vermitteln zu können. Selbst SWMH-Chef Christian Wegner soll in der Frage tätig geworden sein. Dass dies bisher nicht gelang, zeigt deutlich, wie groß der Einfluss der alten Printgarde um die Chefredakteure Kurt Kister und Wolfang Krach ist.

Der ganze Fall wirft kein gutes Licht auf die "SZ". Mehr als viereinhalb Monate nach dem Artikel der Digitalchefin im "Journalist", der Anlass, aber nicht Ursache der Führungskrise war, ist das Thema noch immer nicht abgeräumt.

Letztlich offenbart sich gleich auf mehreren Ebenen ein Führungsversagen. Kurt Kister würde für derlei Vorgänge als Kommentator vermutlich wuchtige Worte finden, wenn er nicht selbst Verantwortung für die vertrackte Situation tragen würde.

Wenn Bönisch das Haus verlässt, hat die SZ ein zusätzliches Personalproblem. Mit Digital-Geschäftsführer Johannes Vogel hat nämlich schon ein Hochkaräter dem Unternehmen kürzlich den Rücken gekehrt. Gleichwertigen Ersatz an der Spitze zu finden, dürfte nicht einfach werden. In der Digitalszene hat sich herumgesprochen, dass bereits Stefan Ottliz (zuvor Plöchinger) die SZ wegen zermürbender Diskussionen mit den Print-Granden verlassen hat. Julia Bönisch dagegen dürfte nicht lange auf dem Markt sein. Medienunternehmen suchen händeringend Digitalprofis mit Erfahrung.

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In der aktuellen kress pro-Kolumne von Chefredakteur Markus Wiegand geht es u.a. auch um diese Fragen: Wer wollte alles bei Gabor Steingart einsteigen? Welche Verlage bezahlt Facebook? Was hat Christian Wegner mit der SWMH vor?

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