Warum die Stadt Wien 7,5 Mio Euro für Medienprojekte locker macht

28.10.2019
 

Die Stadt Wien hat ein neues Förderprogramm für Medien vorgestellt. Es nennt sich "Wiener Medieninitiative". Wer dafür in Frage kommt.

"Journalismus trägt maßgeblich dazu bei, den demokratischen und aktuellen Diskurs in einer Stadt zu stärken und stellt somit einen Mehrwert für die Lebensqualität dar. Ziel ist es, mit unserem neuen Förderprogramm für innovative Medienangebote qualitativ hochwertigen Journalismus zu fördern. Auch der Wien-Bonus kommt dabei zu tragen, da es Wiener Projekte sein müssen bzw. der Hauptsitz der Medienunternehmen in Wien sein muss", erklärte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Über die Wirtschaftsagentur Wien werden über die nächsten drei Jahre insgesamt 7,5 Mio. Euro als Fördersumme zur Verfügung stehen, davon 2,5 Mio. Euro für das kommende Jahr. Gefördert wird auf zwei Schienen:

- Im Rahmen der Förderung "Medienstart" werden selbstständige Journalistinnen und Journalisten sowie Medienunternehmer mit weniger als zehn Angestellten unterstützt. Die maximale Fördersumme beträgt 10.000 Euro, die Förderquote liegt bei 75%.

- Beim Förderprogramm "Medienprojekt" will die Stadt Medienunternehmen finanziell unter die Arme greifen, die neue und bisher nichtexistierende Medienangebote mit hoher journalistischer Qualität realisieren. Einreichen können sowohl bestehende Medienunternehmen (hier beträgt die Förderquote 45%) als auch Unternehmen, die sich in Gründung (Förderquote: 60%) befinden. Die Maximalfördersumme beträgt 100.000 Euro. Werden die Unternehmen von einer Frau geleitet, gibt es als Sonderbonus 5.000 Euro dazu.

Derzeit gebe es in Österreich rund 3.500 Journalisten, davon arbeiteten mehr als die Hälfte in Wien. "Das macht Wien zum dem Medienstandort Österreichs. Für die Stadt Wien ist es eine zentrale, wirtschaftspolitische Aufgabe, Anreize zu schaffen, die es Medienunternehmen ermöglichen, neue und nachhaltige Angebote zu realisieren. Darüber hinaus lebt der Wirtschaftsstandort besonders von Innovationen", so Medien- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ).

Die Entscheidung, welche Projekte, Journalisten und Projekte gefördert werden, wird eine Jury treffen. Zu den Experten gehört auch Daniela Kraus, Generalsekretärin des Presseclub Concordia und Expertin für praxisorientierte Journalismus- und Medienforschung: "Es gibt in dieser Stadt viele junge Journalistinnen und Journalisten mit innovativen Ideen. Diese Förderung ermöglicht ihnen die Umsetzung neuer, zeitgemäßer Projekte. Das ist über die Branche hinaus wichtig, denn unabhängiger Journalismus leistet einen ganz wesentlichen Beitrag zu unserem demokratischen Zusammenleben", betont Kraus.

Der erste Förder-Call soll im November 2019 starten, die Jurysitzung ist für April 2020 geplant, bis Mai sollen jene Journalisten und Unternehmen, die den Förderzuschlag bekommen haben, von der Entscheidung informiert werden.

Hintergrund: Informationen zu Förderungen, Ablauf und Fristen hat die Wirtschaftsagentur Wien auf deren Webseite zusammengetragen.

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