Wie Michael Maier die Berliner Zeitung umbaut

 

Die Berliner Unternehmer Silke und Holger Friedrich, neue Besitzer des Berliner Verlags, machen Nägel mit Köpfen. Sie verpflichten Michael Maier als Herausgeber der Berliner Zeitung und Margit J. Mayer für den Bereich Style und Zeitschriften. Welche Neuerungen geplant sind.

Der 61-jährige Österreicher Maier ist ein Rückkehrer zum Hauptstadtblatt. Schon zwischen 1996 und 1999 war er Chefredakteur der "Berliner Zeitung". Damals baute er die ehemalige SED-Bezirkszeitung zu einem vielbeachteten Titel auf dem umkämpften Berliner Markt um. Nun soll er als Herausgeber wieder wichtige Weichen stellen.

Die Chefredakteure Jochen Arntz und Elmar Jehn bleiben dabei Chefredakteure der "Berliner Zeitung" und des "Berliner Kuriers".

Neben Michael Maier kommt mit Margit J. Mayer eine weitere Österreicherin an Bord. Sie war bislang unter anderem Chefredakteurin der deutschen Ausgabe von "Harper's Bazaar", von "AD" sowie zuletzt Leiterin des Berlin-Büros des Kunstbuchverlags Taschen. Sie soll als Leiterin für den Bereich Style und Zeitschriften "neue Akzente" im Berliner Verlag setzten, heißt es bei den neuen Eignern, dem Verlegerehepaar Friedrich.

"Wir wollen mit den beiden Top-Journalisten die hervorragende Redaktion stärken und zeigen, dass uns vor allem um journalistische Qualität geht - und zwar für alle Titel des Berliner Verlags", sagen Silke und Holger Friedrich. "Margit Mayer wird dazu beitragen, dass Themen wie Stil, Mode und Kunst nicht nur in der Metropole Berliner, sondern auch in den Medien des Berliner Verlags eine neue, kraftvolle und intelligente Stimme erhalten."

Spannend dürfte die Frage werden, wie rasch Michael Maier in der Herausgeberrolle neue Akzente setzt. In einem "dpa"-Interview kündigte er an, dass er vor allem den investigativen Journalismus bei der "Berliner Zeitung" stärken möchte. "Es geht um journalistische Inhalte. Produkte brauchen gute, spannende, exklusive Inhalte", kündigte der prominente Rückkehrer an. "Wir werden nach intelligenten Ansätzen für die vielen Milieus in der Stadt suchen. Außerdem wollen wir den Investigativ-Journalismus stärken - das ist ja eigentlich die Königsdisziplin. So wie die Tageszeitung die Königsdisziplin des Journalismus ist. Eine gute Tageszeitung ist für mich gerade im Zeitalter von Informationsflut, Desinformation und PR-Gestöber per se das Produkt der Stunde - und also auch der Zukunft."

Außerdem will Michael Maier offenbar eine Digitaloffensive starten. "Ich glaube, dass wir diesen stärkeren Fokus aufs Nachrichtliche legen sollten, und zwar quer durch. Das wird einerseits im gesamten Gedruckten so sein und das wird sich dann auch widerspiegeln im Digitalen", sagte er der "dpa" im Inteview. "Wir haben ja bei der 'Berliner Zeitung' noch einen sehr rudimentären digitalen Auftritt. Da werden wir ein starkes Zeichen setzen - sowohl in der Ästhetik, als auch bei den Inhalten."

Das Eignerpaar Friedrich betonte, dass Maier mit seiner Expertise dabei helfen werde, "die traditionsreichen Marken im digitalen Umfeld erfolgreich zu positionieren".

Hintergrund: Michael Maier war unter anderem "Stern"- und "Netzeitung"-Chefredakteur. Außerdem gründete er die heute mehrheitlich vom schwedischen Bonnier-Verlag geführten "Deutschen Wirtschaftsnachrichten". Zuletzt wirkte er als Publisher bei dem von ihm mit ins Leben gerufenen Wiener Startup NewsTech.

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