Wie Dario Nassals Buzzard gegen Filterblasen ankämpft

 

In Zeiten von Fake News und allgemeiner Presse-Verunsicherung will der Startup-Co-Gründer Dario Nassal mit der Buzzard-App einen ausgewogeneren Blick auf die Medien ermöglichen. Nach kress.de-Informationen startet er dazu aktuell eine Crowdfunding-Aktion.

"Wir wollen den Nachrichtenlesern systematisch dabei helfen, aus ihrer Filterblase auszubrechen", hatte Dario Nassal, zusammen mit Felix Friedrich, David Guttandin und Daniel Reimann einer der vier Geschäftsführer des Medien-Startups Buzzard, das mit einer 50.000-Euro-Prototyp-Förderung der vielbeachteten Google News Initiative gegründet wurde, schon im Herbst 2017 dem Magazin "kress pro" verraten. Nachzulesen ist das im Heft 10/2017.

Seitdem hat sich das Debatten-Tool Buzzard, das die aufgeregten Diskussionen vor allem zu politischen und gesellschaftlichen Themen aus der Vogelperspektive beobachtet, gut entwickelt. Bis zu 5000 registrierte Leser im Monat nehmen Nassals Dienst in Anspruch, zu ausgewählten Diskursen jeweils profilierte Sichtweisen aus zwei gegensätzlichen Perspektiven präsentiert zu bekommen. Dafür bereitet das Buzzard-Team die Diskussion durch Belegstellen auch aus der internationalen Presse sowie aus nicht immer leicht zugänglichen, auch wissenschaftlichen Blog-Beiträgen auf.

Wie kress.de nun erfahren hat, möchte Dario Nassal die Wirkweise des Buzzard auf eine neue Ebene heben - durch eine App-Lösung, die fertig programmiert ist und kurz vor dem Einsatz steht. "Wir wollen ein Werkzeug anbieten, damit die Leute raus aus ihren Blasen kommen", sagt er zu den Zielen. "Menschen haben oft nicht so viel Zeit, sich eine umfassende Meinung zu bilden." Daher nun die App, die das Verfolgen aufgeregter Debatten da ermöglicht, wo den Lesern Zeit bleibt - unterwegs oder in kurzen Arbeitspausen. "Wir müssen das Tool so anpassen, dass es in den Alltag der Nutzer auf dem Smartphone funktioniert."

Zusätzlich möchte Dario Nassal "eine professionelle Tagesredaktion aufbauen" und dafür rund acht Redakteure, aber auch Kräfte für Design und Entwicklung beschäftigen. Finanzieren soll den nächsten Buzzard-Ausbauschritt nun eine Crowdfunding-Aktion nach bewährtem Vorbild, etwa der "Republik"-Macher aus der Schweiz: "Wenn so ein journalistisches Projekt erfolgreich wird, dann ist dann der Beweis dafür angetreten, dass man den Crowd-Ansatz ernst nimmt", sagte Nassal nun kress.de. Nun führte er für die Nutzung der App ein Abo-Modell ein. "Für 5 Euro monatlich kann man Gründungsmitglied werden", so Nassal. Er peilt so ein Arbeitsbudget von rund 250.000 Euro für das erste neue Buzzard-Jahr an.

Um die Crowdfunding-Aktion, die ab 5. November über die Seite www.buzzard.org läuft, zu bewerben, gehen die Buzzard-Gründer derzeit auf Tour: In verschiedenen deutschen Großstädten präsentieren sie ihr Vorhaben in Gründungszentren, Startup-Labs und an Universitäten. "Es geht uns um eine Verbesserung der Debattenkultur", so Dario Nassal, der selbst Journalist ist und bereits für die "Süddeutsche Zeitung" und die "Stuttgarter Zeitung" geschrieben hat, zu kress.de.

Hintergrund: Wie Buzzard genau funktioniert, erfährt man ausführlich in einem detaillierten "Case" im gedruckten "kresspro" (10/2017). Die Ausgabe gibt es in unserem Shop als E-Paper oder gedruckt - und im iKiosk. Per E-Mail kann sie unter vertrieb(at)oberauer.com bestellt werden. "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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