Berliner-Verlag Investoren Friedrich stellen Zusammenarbeit mit RND infrage

 

Die Investoren Silke und Holger Friedrich stellen derzeit bei der Berliner Zeitung und beim Berliner Kurier die Weichen neu. Dies betrifft auch bisherige Kooperationspartner - etwa die Zusammenarbeit mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Chefredakteur: Marco Fenske).

In einem Interview mit Caspar Busse und Verena Mayer von der "Süddeutschen Zeitung" sagte der neue Eigner Holger Friedrich: "Wie diese Zusammenarbeit weiterhin aussieht, werden wir noch überlegen. Generell muss es ja nicht sein, dass von Berchtesgaden bis Flensburg eine Redaktion von Hannover aus entscheidet, was über Berlin geschrieben wird."

Seine Gattin Silke Friedrich fügte an: "Die Berliner Gesellschaft, Kultur und Politik sollten wir als Berliner Zeitung selbst kommentieren", so die neue Verlegerin. "Wir sind schließlich die Hauptstadt."

Bei der Boulevard-Berichterstattung möchte das Verlegerehepaar künftig darauf achten, ihren Redakteuren Zurückhaltung aufzuerlegen. "Das Haudrauf kann (...) nicht das Rezept sein, das trägt zur Verrohung bei", so Silke Friedrich. Ihr Ehemann empfiehlt allen Mitarbeitern, Heinrich Bölls Nachkriegsroman "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" zu lesen. "Wir lassen die nackten Mädchen, den Tod und das ganz große Elend weg", sagte er im "SZ"-Gespräch. "Und dann gibt es noch ganz viel, was man abbilden kann."

Kürzlich erst wurde bekannt, dass die Friedrichs den ehemaligen "Netzeitung"-Chefredakteur und -Geschäftsführer Michael Maier zurück zur "Berliner Zeitung" holen (kress.de berichtete). "Herr Maier hat eine Menge Erfahrung, er hat später die 'Netzeitung' publiziert, die ich immer gelesen habe", so Holger Friedrich. "Er ist ein Pionier und dazu unendlich streng mit uns. Er ist genau der Richtige."

An den bisherigen Chefredakteuren von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier", Jochen Arntz und Elmar Jehn, wollen die beiden aber festhalten. "Das sind coole Typen", so Holger Friedrich. "Sehr kultiviert, ausgleichende Charaktere, wir wären nicht gut beraten, wenn wir sie infrage stellen würden."

Hintergrund: Das Redaktionsnetzwerk Deutschland, gegründet 2013, ist die Redaktion für überregionale und internationale Inhalte der Madsack Mediengruppe in Hannover. Zum 1. Oktober 2018 legten das RND und die Dumont Mediengruppe ihre Hauptstadtredaktionen zusammen. Hierfür wurde die RND Berlin GmbH gegründet, an der das RND mit 75 Prozent beteiligt ist und die Dumont Mediengruppe mit 25 Prozent. Bislang beliefert sie unter anderem auch den "Berliner Kurier" und die "Berliner Zeitung".

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