PR Report Awards 2019: Patrick Kammerer von Coca Cola und Agentur Achtung sind die großen Gewinner

15.11.2019
 

Am Donnerstagabend hat der PR Report in Berlin die PR Report Awards verliehen. Patrick Kammerer von Coca-Cola ist "Kommunikator des Jahres". Die von Mirko Kaminski gegründete Agentur Achtung gewann zum dritten Mal den Titel als "Kommunikationsberatung des Jahres". Kammerer überzeugte die Jury auch mit einem mutigen Tweet.

Im ausverkauften Kosmos an der Karl-Marx-Allee hat der PR Report im Rahmen seiner PR Report Awards Kampagnen in 22 Kategorien des Wettbewerbs ausgezeichnet. Insgesamt gab es in diesem Jahr 325 Einreichungen - ein Rekord im 17. Jahr der Awards und ein Drittel mehr als im Jahr davor.

Patrick Kammerer, Director Public Affairs, Communications & Sustainability bei Coca-Cola, wurde als "Kommunikator des Jahres" mit einem Gold-Award geehrt. Nach Ansicht der Jury gehört Kammerer mit seiner Vita und seiner Expertise zu den Kommunikatoren, denen es branchenübergreifend (unter anderem bei Reemtsma, Nike, Shell und seit 2012 bei Coca-Cola) gelungen ist, eine beständige Weiterentwicklung für sich und für das Berufsbild zu bewirken.
 
Als besonders preiswürdig befand die Juroren darüber hinaus zwei Dinge: Mut und Haltung. Verpackt in einem einzigen Tweet von Kammerer aus dem Dezember 2018. Damals twitterte Matthias Borowski, Sprecher der Berliner Wirtschaftssenatorin, ein Foto eines von Aktivisten aufgestellten Weihnachts-Plakats, das samt Logo aussah wie eine Coca-Cola-Werbung und auf dem stand: "Für eine besinnliche Zeit: Sag Nein zur AfD!" Borowski kommentiert dieses Foto: "Ganz stark, @Coca-Cola_de".
 
Kammerer reagierte daraufhin schnell und klug mit einem Tweet auf seinem privaten Profil: "Nicht jedes Fake muss falsch sein." Ein Tweet mit smarter Tonlage, immenser Reichweite (fast 450 Millionen potenzielle Impressions), vielen Reaktionen und einer Aussage, an der sich Coca-Cola messen lassen kann. Denn die Botschaft entspricht den Werten, für die das Unternehmen immer wieder eintritt.
 
Sven Afhüppe, Chefredakteur des Handelsblatts", sagte in seiner Laudatio: "Patrick Kammerer gehört zu den Kommunikatoren, die nicht nur Verständnis für die Journalisten haben, ohne die eigenen Interessen aufzugeben oder zu verraten. Er zeigt Haltung, bezieht Stellung, erhebt die Stimme, weil er ein Gespür für die aktuellen gesellschaftspolitischen Themen und Entwicklungen hat. Das ist nicht selbstverständlich. In diesen unruhigen Zeiten kommt es ganz besonders darauf an, dass alle die Stimme erheben, die etwas zu sagen haben. So wie Patrick Kammerer."
 
Ein weiterer großer Gewinner des Abends war Achtung (Geschäftsführung: Mirko Kaminski, Thorsten Beckmann, Max Ströbel). Die Hamburger holten nicht nur Awards in den Kategorien "Social Media" (für "#unfollowme. Der Hashtag gegen Hass" zusammen mit Heimat Berlin für Laut gegen Nazis e.V.), "Media Relations" (für "Deutschlands erster großer Rums-Atlas" für Generali Versicherung) und "Internationale Kommunikation" (für "The Memory Experiment" für Swiss International Air Lines). Sie setzten sich zudem als "Kommunikationsberatung des Jahres" gegen die Finalisten Fink & Fuchs, Oliver Schrott und Storymachine durch und gewannen den prestigeträchtigen Titel zum dritten Mal - so oft wie noch niemand zuvor.
 
Achtung feierte im vergangenen Jahr nicht nur einen neuen Rekordumsatz und festigte mit zahlreichen preisgekrönten Cases im Verbund mit Agenturen anderer Kommunikationsdisziplinen ihren Ruf als Kollaborations-Meister und Award-Abräumer. Auch sonst wurde die Firma mit dem Ausrufezeichen ihrem Namen nach Ansicht der Jury gerecht.
 
Da war zum einen das Event "Digital Kindergarten": Das Event wurde seit seiner Gründung im Jahr 2017 immer größer - in diesem Jahr kamen rund 3.000 Besucher ins Fußball-Stadion des FC St. Pauli. Zum anderen startete Achtung-Chef Mirko Kaminski 2019 ein Plattform-Modell, das es Gründern ermöglicht, unter der bekannten Marke und mit relativ geringem wirtschaftlichen Risiko eigene GmbHs zu starten. Diese neuen Kapitel der unternehmerischen Erfolgsgeschichte und die von Achtung einmal mehr im Markt gesetzten Impulse würdigte die Jury mit der Auszeichnung als "Kommunikationsberatung des Jahres". 
 
Als "Kampagne des Jahres" wurde "Looks like shit. But saves my life." ausgezeichnet. Nach einer kontroversen Debatte votierte die Jury mehrheitlich für die Kampagne von Scholz & Friends, die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates Menschen zum Tragen von Fahrradhelmen bewegen will: Gerade die polarisierte Rezeption in der Öffentlichkeit und der mutige Ansatz, an dem die Verantwortlichen trotz Kritik festhielten, hätten den Erfolg begründet, so die Jury. Außerdem gewann diese Kampagne in den Kategorien "Kommunikation im öffentlichen Raum" und "Kreative Kommunikation".
 
Den #30u30-Wettbewerb der unter 30-jährigen Young Professionals gewannen in diesem Jahr Claudio Rehmet von Lautenbach Sass und Max van Poele von hypr.
 
Vor der Verleihung am Abend fand das PR Report Camp mit etwa 1.000 Besuchern statt. Beim Karriereforum stellten sich Unternehmen und Agenturen als Arbeitgeber vor. Mit dabei waren viele Kommunikationschefs großer Unternehmen und zahlreiche Vertreter renommierter Agenturen.
 
Wie im Vorjahr hatten die Macher aller nominierten Cases die Möglichkeit, beim Camp live vor dem Fachpublikum zu überzeugen und so den Publikumspreis zu gewinnen. Dieses Jahr schaffte das der case "Hannoverbunden - 150 Jahre Privatbrauerei Herrenhausen" von der Agentur rlvnt für die Privatbrauerei Herrenhausen.
 
Hintergrund: Details zu den Finalisten und Gewinnern mit allen Kampagnen der Shortlist gibt es unter http://prreportawards.de.

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