Was macht die Live-Video-Offensive bei Bild?

 

Die Antwort liefert Chefredakteur Markus Wiegand in seiner aktuellen kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen".

Axel Springer hat ja parallel zu den Sparplänen auch bekannt gegeben, dass man im nationalen Geschäft über drei Jahre rund 100 Millionen Euro in "Wachstumsprojekte" investieren will. Die Botschaft des Ganzen sollte sein: Wir sparen nicht nur, wir haben auch einen Plan für die Zukunft. Zentraler Baustein dabei: eine Live-Video-Offensive für Bild.

Exklusiv hat Springer den Ansatz nicht. In der Schweiz baut die Boulevardmarke Blick gerade eine Videoabteilung mit 48 Vollzeitstellen um das landesweit bekannte Fernsehgesicht Jonas Projer auf. In Östereich setzt der Boulevardtitel "Österreich" erfolgreich auf Bewegtbild. Die Überlegung der Macher bei Bild und anderswo: Man will ran an die steigenden digitalen Bewegtbild-Werbeetats. Schon ein kleiner Teil des riesigen Video-Werbemarktes, so die Hoffnung, würde reichen, um ein auskömmliches Leben der Marken zu sichern.

Bei Bild gibt es intern allerdings arge Zweifel an der Umsetzbarkeit der Strategie, die am Reißbrett eine gewisse Logik entfaltet. Denn man braucht auch die Manpower und das Knowhow, um richtig in den Bewegtbild-Wettbewerb einzusteigen.

Erste Gehversuche bei neuen Videoformaten endeten ernüchternd und erinnerten Mitarbeiter an Videos im offenen Kanal. Reichlich unprofessionell wirke das Ganze bisher noch, hieß es.

Auch Bild-Chef Julian Reichelt ist bisher nicht durch besondere Kompetenzen beim Bewegtbild aufgefallen.

Wieviele Bild-Plus-Abos will KKR verkaufen?

Die Herrn Finanzinvestoren von KKR sind ja dafür bekannt, Unternehmen deutlich über dem Einstiegspreis zu verkaufen. Dafür reicht es meist nicht aus, nur die Kosten zu drücken. Auch auf der Erlösseite muss was passieren. Klaro.

Und da sind die Vorstellungen bei KKR durchaus sportlich, lässt sich bei Axel Springer informell in Erfahrung bringen. So stellt sich der künftige Anteilseigner offenbar vor, dass Bild in nicht allzu ferner Zukunft über die Marke von eine Million Bild-Plus-Abos springen kann. Im September dieses Jahres verkaufte der Boulevardtitel 450.000 tägliche, digitale Nutzungsrechte. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es 367.000.

Merke: Bei KKR denkt man wohl ganz gerne groß.

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