Wie die ARD-Mediathek zum Streaming-Star werden soll - und welche Hauptrolle Florian Hager spielt

28.11.2019
 

Volker Herres, Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens, und der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm wagen einen "ganz großen Schritt". Die Mediathek soll zu einem eigenständigen Streaming-Angebot ausgebaut werden. Dabei kommt es auch auf Florian Hager an. 

Eine Mediathek sei nicht mehr so etwas wie ein "Videorekorder", bei dem man die verpasste Sendung noch einmal nachschauen könne, betont Programmdirektor Volker Herres. "Es muss zunehmend ein Streaming-Angebot werden, ein eigenständiges." Dazu brauche es mehr Inhalte als jetzt und andere. "Wir werden auch exklusiv für die Mediathek dann produzieren", kündigt Herres an. Er spricht von Serien-Formaten.

Künftig werde es eine integrierte Programmplanung in der ARD-Programmdirektion nicht nur für das Erste, sondern auch für die Mediathek geben, so der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm, der auch Intendant des Bayerischen Rundfunks ist.

Für die neue Struktur kommt Florian Hager, der Programmgeschäftsführer des jungen Content-Netzwerks Funk von ARD und ZDF, zum 1. Januar 2020 an Bord - als stellvertretender Programmdirektor in der Programmdirektion und Channelmanager der ARD-Mediathek. Bisher liegt die Verantwortung für die Mediathek bei ARD online in Mainz.

Volker Herres empfindet die Maßnahmen als ganz großen Schritt und als große Zäsur: In einem föderalen komplexen Verbund wie der ARD-Landesrundfunkanstalten sei das kein ganz einfacher Schritt gewesen. Dieser sei aber "dringend fällig" gewesen. "Wir erleben eine Umbruchsituation in der digitalen Welt, die die Medienangebote und die Mediennutzung komplett verändern." Man müsse künftig Inhalte crossmedial über alle Ausspielwege hinweg denken. Dann könne man auf Marktentwicklungen auch reagieren.

Hintergrund: Die Zahl der Streaming-Anbieter steigt. Private und öffentlich-rechtliche TV-Sender bieten ihrerseits abseits des klassischen Fernsehens Mediatheken an. Erst am Dienstag wurde etwa bekannt, dass die Plattform Joyn der TV-Anbieter ProSiebenSat.1 und Discovery darüber hinaus nun einen kostenpflichtigen Ableger mit eigenproduzierten Serien und mehr Sendern an den Start gebracht hat.

Das Erste wiederum hat mit stetigen Quotensiegen im TV-Abendprogramm Rückenwind für Nutzer der ARD-Mediathek. Herres zufolge erreicht der Sender Das Erste im Schnitt am Tag rund 25 Millionen Menschen. Man könne diese lineare Kraft für die Mediathek nutzen.

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