Was Readly-Chefin Maria Hedengren deutschen Publishern verspricht

 

Readly-Chefin Maria Hedengren bietet ihren Nutzern für 9,99 Euro im Monat eine Flatrate für Magazine. Im Interview mit kress pro sagt sie, warum Verlage trotz niedriger Erlöse unbedingt dabei sein sollten und welche Readly-Daten Magazinmacher kennen müssen.

kress pro: Maria, Sie sind seit einem halben Jahr bei Readly und neu in der Medienbranche. Zuvor haben Sie für Start-ups wie einen Zahlungsleistungsdienstleister gearbeitet. Was halten Sie von der Branche?

Maria Hedengren: Vieles ist noch neu für mich. Aber ich finde die Medienbranche faszinierend, auch wenn sie gerade mit wirtschaftlichen Turbulenzen kämpft und eine Phase der tiefgreifenden Transformation durchläuft. Wir bei Readly wollen den Publishern dabei helfen. Unsere Mission lautet: Wir wollen die Magie von Magazinen in die Zukunft bringen. Das ist der Grund, warum es uns gibt.

kress pro: Mancher Verleger sieht in Ihrem Angebot eher einen weiteren Grund für den Niedergang des Geschäfts.

Hedengren: Die Disruption kommt nicht durch Readly, sondern durch die Tatsache, dass sich Gewohnheiten der Nutzer ändern. Man kann dagegen ankämpfen, aber ich bezweifle, dass diejenigen auf lange Sicht überleben werden.

kress pro: Denken Sie, dass die Medienbranche zu altmodisch ist?

Hedengren: Es ist alles ein bisschen traditioneller, vor allem in der Unternehmenskultur. Bei uns hier arbeiten auch die Führungskräfte viel direkter mit dem Team zusammen, es gibt keine eigenen Büros. Wir sind es gewohnt, mit flachen Hierarchien zu arbeiten. Das ist typisch für junge Unternehmen, aber auch sehr typisch für Schweden.

kress pro: Verstehen die traditionellen Publisher Ihrer Meinung nach die neue digitale Welt?

Hedengren: Ich habe zuvor für schnell wachsende Start-ups gearbeitet und war manchmal schon überrascht, wie tief das Niveau der Digitalisierung in der Branche insgesamt ist und wie zögerlich Publisher die neuen Möglichkeiten betrachten. Aber man darf nicht alle über einen Kamm scheren. Es gibt viele Medienunternehmen, die eine gute Strategie verfolgen und ihr Geschäft anpassen. Publisher sind fantastisch darin, großartige Inhalte anzubieten. Aber nicht alle verstehen, welchen Aufwand und welches Know-how es braucht, um ein ebenso großartiges digitales Produkt anzubieten. Und diese Leidenschaft bringen wir mit Readly ein. Wir fragen uns jede Sekunde unseres Arbeitstages, wie wir unser Angebot nutzerfreundlicher machen können.

kress pro: Wann haben Sie selbst zum ersten Mal von Readly gehört?

Hedengren: Erst vor etwa einem Jahr, obwohl es das Angebot in Schweden schon seit 2013 gibt. Sie sehen: Ich bin der lebende Beweis, wie groß unser Wachstumspotenzial noch ist. (lacht)

kress pro: Ihr Geschäftsmodell in drei Sätzen?

Hedengren: Für weniger als zehn Euro im Monat haben Sie einen unlimitierten Zugang zu über 4.500 Magazinen weltweit. Es ist ähnlich wie Netflix und Spotify ein Allyou-can-eat-Abomodell. Die Erlöse teilen wir mit den Publishern, die mehr als 50 Prozent bekommen. Die Aufteilung richtet sich nach den Zugriffen: Je mehr Nutzer ein Magazin lesen, desto höher sind die Erlöse, die wir weitergeben.

kress pro: Wie viele Medienunternehmen konnten Sie schon überzeugen?

Hedengren: Weltweit arbeiten wir mit mehr als 800 Medienunternehmen zusammen, rund 270 davon in Deutschland, unserem wichtigsten Markt. Im deutschsprachigen Raum sind es rund 370. Angenommen, ich sei Verleger:

kress pro: Wie überzeugen Sie mich, mit meinen Magazinen auf Readly zu gehen?

Hedengren: Wir haben drei wichtige Argumente. Erstens: Sie bekommen zusätzlichen Umsatz ohne zusätzliche Kosten. Sie müssen uns nur Ihre fertigen Magazine anliefern. Zweitens: Wir helfen Ihnen, die Werbeeinnahmen zu stabilisieren, weil Sie gelesene Ausgaben bei nationalen Auflagenprüfungen wie der der IVW melden können. Drittens – und das ist das wichtigste Argument: Wir können Ihnen Daten liefern, wie Ihre Magazine bei den Nutzern ankommen. Etwa welche Geschichten wie lange gelesen werden und welche Cover funktionieren. Damit können Sie Ihre Produkte weiterentwickeln: Print und digital.

Was sehen Sie in Ihren Daten? Ist es möglich, nur einen Teil eines Magazins auf Readly anzubieten, quasi eine Light-Version? Wollen Sie Readly insgesamt auch für Zeitungen ausbauen? Woran arbeiten Sie derzeit, um Readly weiterzuentwickeln? Wollen Sie Erlöse abseits des Abogeschäfts erzielen? Welche Erfahrungen machen Sie mit Ihrer Preispolitik? Welche Titel haben in Deutschland auf Readly Erfolg?

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