Exklusiv: Führungskraft Andrea Rexer und Handelsblatt trennen sich

 

Andrea Rexer und das Handelsblatt trennen sich nach nur einem Jahr wieder. Die Leiterin des Ressorts "Unternehmen & Märkte" kam von der SZ. Nach Recherchen von kress und Wirtschaftsjournalist gab es Unstimmigkeiten zwischen der Top-Journalistin und der Handelsblatt-Chefredaktion.

Andrea Rexer (38) und das "Handelsblatt" gehen schon wieder getrennte Wege. Die Leiterin des Ressorts "Unternehmen & Märkte" hatte ihr Arbeitsverhältnis erst am 1. November 2018 begonnen. Nach Recherchen von kress und Wirtschaftsjournalist gab es schon seit längerem Unstimmigkeiten und unterschiedliche journalistische Auffassungen zwischen der Top-Journalistin und der Führungsebene um Chefredakteur Sven Afhüppe. Offiziell lösen Rexer und die täglich erscheinende Wirtschaftszeitung (Holtzbrinck-Verlag) das Arbeitsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen auf. So teilte es das Unternehmen auf Anfrage mit. 

Rexer führt das wichtige Ressort "Unternehmen und Märkte" mit 37 Redakteurinnen und Redakteuren. Ihre Aufgabe war es, die Berichterstattung von exklusiven Unternehmensgeschichten und Branchenthemen zu verantworten. Außerdem vertrat die gebürtige Bayerin das "Handelsblatt" nach außen hin in Talkshows Presseclubs und Moderationen. 

Rexer recherchierte maßgeblich mit dem Investigativteam die Geschichte über den Vater von Roland Berger für das "Handelsblatt". Die Story über den Unternehmensberater, der seinen Vater jahrzehntelang als Opfer des Nationalsozialismus stilisiert hatte, obwohl der NSDAP-Mitglied und Profiteur des NS-Staates war, sorgte weltweit für Schlagzeilen. Beim "Handelsblatt" gilt sie als "Geschichte des Jahres".

"Wir bedauern den Weggang von Andrea Rexer außerordentlich. Sie hat mit verschiedenen Formaten wie der 'Digitalen Revolution' und ihrem Podcast 'Mindshift' entscheidend zur digitalen Ausrichtung des Handelsblatts beigetragen", teilt jetzt Chefredakteur Sven Afhüppe mit. "Herausragend war auch die Titelgeschichte zu Roland Berger, die sie gemeinsam mit einem Team erstellt hat. Damit ist das Handelsblatt breitflächig international zitiert worden", erklärt Afhüppe weiter.

Oliver Voigt, Geschäftsführer der Handelsblatt Media Group, betont: "Andrea Rexer hat durch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit, bei Interviews und bei Moderationen unserer Veranstaltungen ein positives Bild unseres Hauses nach außen getragen. Wir danken ihr ganz herzlich für ihren Einsatz". Andrea Rexer selbst lässt sich via Handelsblatt so zitieren: "Ich bedanke mich herzlich beim Handelsblatt und bei meinem Team für die gute Zusammenarbeit. Wir haben gemeinsam viel erreicht und darauf bin ich stolz."

Schon vor Andrea Rexer hatte das "Handelsblatt" einige wichtige Frauen in Führungspositionen verloren. Im November 2018 war Kirsten Ludowig, Rexers Vorgängerin auf dem Ressortleiterposten, nach zehn Jahren bei der Zeitung zur Metro AG gegangen. Nur einen Monat zuvor hatte Jessica Schwarzer, bis dahin Leiterin Live-Journalismus und Börsen-Chefkorrespondentin beim "Handelsblatt", das Haus verlassen, um künftig frei zu arbeiten.

Zur Person; Andrea Rexer war vor ihrem Wechsel zum "Handelsblatt" seit 2012 bei der "Süddeutschen Zeitung" in verschiedenen Positionen tätig: Zunächst als Korrespondentin und Büroleiterin in Frankfurt, dann leitete sie das Finanz-Team in München und übernahm 2017 parallel die Redaktionsleitung des vierteljährlich erscheinenden Frauen-Wirtschaftsmagazins "Plan W", das zur Markenfamilie der "Süddeutschen Zeitung" gehört. Rexer arbeitete auch schon als Wirtschaftskorrespondentin für Axel Springers "Welt" und "Welt am Sonntag" und von 2007 bis 2011 als Wirtschaftsredakteurin beim österreichischen Nachrichtenmagazin "profil" in Wien. 

Für ihre Arbeiten wurde Andrea Rexer bereits mehrfach ausgezeichnet. So erhielt sie den dem Ludwig-Erhard-Preis für Wirtschaftsjournalisten, ist Young Leader der Atlantikbrücke sowie Mitglied des Ratgeberkreises der Wertekommission. Schon 2014 zählte sie newsroom.at, der wie kress.de zum Medienfachverlag Oberauer gehört, zu den wichtigsten Medienmacherinnen im Land ("Die 500").

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