Steigt Gruner + Jahr noch mal kräftig in die Wirtschaftsmedien ein?

20.12.2019
 

Über ein mögliches neues Duo im digitalen Wirtschaftsjournalismus berichtet der "Wirtschaftsjournalist" in seiner aktuellen Ausgabe.

Am 7. Dezember 2012 beerdigte Gruner + Jahr die zwölf Jahre zuvor gegründete und stabil verlustbringende "Financial Times Deutschland", auch der Rest der G+J Wirtschaftspresse wurde damals abgewickelt: Für "Impulse" und "Börse online" fand man Käufer, lediglich das runderneuerte "Capital" und "Business Punk" blieben im Haus.

Nun könnte Gruner + Jahr mit Vehemenz und namhaftem Partner zurückkehren. Geplant ist ein digitales Wirtschaftsportal, das G+J und der Spiegel-Verlag gemeinsam betreiben. Nix ist fix, aber dazu befragt, antwortete Vorstandschefin Julia Jäkel kürzlich im "Handelsblatt": "Wir führen erste Gespräche. Es ist heute eine Kunst, kooperationsfähig zu sein. Und in so einer Kooperation könnte Musik stecken."

Das Projekt "Wirtschaft plus" befindet sich in einer frühen Phase, steht gleichwohl weit oben auf der strategischen Agenda. Aktuell werden ganz praktische Dinge geprüft, etwa wie IT und Technik zusammenpassen, aber auch über Geschäftsmodell, Positionierung, Personal nachgedacht.

An Kompetenz und Köpfen, Interessen und Inhalten mangelt es nicht: G+J ist mit "Capital" und dem jungen Bruder "Business Punk" gut unterwegs, der Partner bietet allein 36 Journalisten im "Spiegel"-Ressort Wirtschaft/Netzwelt plus die Teams von "Manager Magazin" und "Harvard Business Manager" auf. Die Nähe - G+J hält 25 Prozent an der Spiegel-Gruppe - ist ein Vorteil, weil man sich kennt. "Spiegel"-Chefredakteur Steffen Klusmann war "FTD"-Frontmann und rückte 2018 vom "Manager Magazin" an die Spitze des Nachrichtenmagazins.

Auf mehr Miteinander drängt vor allem die Mutter: Seit Februar gibt es die "Bertelsmann Content Alliance" mit dem erklärten Ziel, dass alle Inhalte-Geschäfte unterm Konzerndach - dazu gehört auch RTL mit dem Wirtschafts- und Nachrichtensender N-TV - enger kooperieren und gemeinsame Formate entwickeln sollen.

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Der Wirtschaftsjournalist erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Wolfgang Messner.

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