Yvonne Bauer kauft die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung von DuMont

15.01.2020
 

Die DuMont Mediengruppe verkauft die "Mitteldeutsche Zeitung" an die Bauer Media Group aus Hamburg. Warum der Deal exotisch anmutet und welches Volumen er hat.

"Wir haben uns die Entscheidung, die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung aus dem DuMont-Verbund zu lösen, nicht leicht gemacht. Das Medienhaus in Halle hat sich in den vergangenen Jahren beachtlich entwickelt und sehr erfolgreich Antworten auf die herausfordernden Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt gefunden", erläutert DuMont-Aufsichtsratsvorsitzende Isabella Neven DuMont. Die Nutzung von Synergien sei der Schlüssel zu langfristigem Erfolg im regionalen Zeitungsgeschäft. Man sei davon überzeugt, dass die Bauer Media Group der richtige neue Eigentümer für diesen Kurs sei, betont Neven DuMont.

Mit der Übernahme der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung will die Bauer Media Group ihr Portfolio im Bereich Regionalzeitungen erweitern. Die "Volksstimme" in Magdeburg war bisher die einzige Tageszeitung von Verlegerin Yvonne Bauer. In der Bauer Media Group erscheinen 600 Zeitschriften, mehr als 400 digitale Medien und über 100 Radio- und Fernsehstationen in 17 Ländern.

Marco Fehrecke, Bauers Leiter der Mediengruppe Magdeburg, wird auch die Führung der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung übernehmen. Die rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter will Bauer übernehmen und "sämtliche vertraglichen Vereinbarungen bleiben bestehen".

"Die Bauer Media Group ist in der Region bereits stark verankert. Über die erwarteten Synergieeffekte mit der Mediengruppe Magdeburg schaffen wir eine gute Ausgangslage, um den regionalen Journalismus in Mitteldeutschland langfristig zu erhalten", erklärt Marco Fehrecke.

Für die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung mit einem Umsatz von zuletzt etwa 130 Millionen Euro zahlt Bauer nach einem Bericht des manager magazin "einen Betrag von deutlich mehr als 50 Millionen Euro" an DuMont.

Der Zeitungsmarkt in Sachsen-Anhalt gilt als schwierig, weil die Zustellung an die weit verstreuten Abonnenten durch den 2015 eingeführten Mindestlohn erheblich teurer geworden ist. Größter regionaler Wettbewerber von Bauer ist die Madsack-Mediengruppe ("Hannoversche Allgemeine Zeitung") mit der "Leipziger Volkszeitung".

"Der Überprüfungsprozess unseres Portfolios war von Anfang an ergebnisoffen angelegt, verbunden mit dem Anspruch, jedes Medienhaus mit seinen spezifischen Rahmenbedingungen zu bewerten und die jeweils bestmögliche Zukunftsoption zu erarbeiten. Auch die Entscheidung für Halle haben wir vor diesem Hintergrund getroffen", sagt DuMont-CEO Christoph Bauer. Schon heute seien die strukturellen Rahmenbedingungen in Sachsen-Anhalt "sehr herausfordernd". Der starke Verbund mit der Mediengruppe Magdeburg sei der richtige Ansatz, "um die Mitteldeutsche Zeitung langfristig bestmöglich abzusichern".

Hintergrund: Bereits im September hatte DuMont den Berliner Verlag an neue Eigentümer übergeben. Über die Entscheidung für die Hamburger Morgenpost will DuMont "voraussichtlich noch im Januar" informieren.

Die Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung mit Sitz in Halle veröffentlicht die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) mit einer Auflage von rund 162.000 Exemplaren und 17 Lokalausgaben. Der Verkauf umfasst außerdem das News-Portal mz.de, die Anzeigenblätter WochenSpiegel und Super Sonntag mit einer wöchentlichen Gesamtauflage von rund 1,3 Millionen und 27 Lokalausgaben, die Aktivitäten in Logistik und Druck, den regionalen TV-Sender TV Halle sowie Aktivitäten in Ticketing und Satz-Dienstleistungen. Die Mediengruppe hat in den vergangenen Jahren insbesondere das Digital-Angebot der MZ weiterentwickelt, die Druckerei in Halle erweitert und den Geschäftsbereich Logistik rund um den Postdienstleister MZZ-Briefdienst ausgebaut.

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