Andreas Schneider-Neureither kauft das Rhein-Neckar-Fernsehen

 

Neues Kapitel in einer bewegten Geschichte: Einen frischen Eigner hat das zuletzt insolvente Rhein-Neckar Fernsehen (RNF). Der Unternehmer Andreas Schneider-Neureither hat 100 Prozent der Anteile übernommen.

Damit geht das RNF mit einem neuen Alleingesellschafter ins neue Jahr. Schneider-Neureither, Gründer und CEO der Heidelberger Schneider-Neureither & Partner SE, eines Software-Unternehmens und IT-Beratungsdienstleisters, hat über die SN Assets GmbH 100 Prozent der Anteile an der neu gegründeten Rhein-Neckar-Fernsehen & TV-Produktion GmbH übernommen. Die neue Gesellschaft ging aus der Insolvenz der früheren Rhein-Neckar-Fernsehen GmbH hervor.

Nun übernimmt Andreas Schneider-Neureither die Sendelizenzen, das Studio, Produktionsmittel und einen Großteil der Belegschaft. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft ist erneut Ralph Kühnl, der bereits seit Februar vergangenen Jahres RNF leitete, nachdem es zunächst in die Mediengruppe Dr. Haas eingegliedert worden war.

"Ich sehe die Notwendigkeit eines journalistisch geprägten Fernsehsenders in der Metropolregion Rhein-Neckar", sagt der neue Eigner und spricht von der "demokratischen Willensbildung" der Bevölkerung. "Die Metropolregion Rhein-Neckar will zu den attraktivsten Regionen in Europa gehören - bei diesem Anspruch gehört ein Fernsehsender zur Infrastruktur dazu", so Schneider-Neureither.

RNF-Geschäftsführer Ralph Kühnl sagt, dass er froh sei, in Schneider-Neureither einen Investor gefunden zu haben, "der unsere Werte teilt". Der Sender schaffe Transparenz und verbinde die Menschen im Dreiländereck von Baden, Südhessen und der Pfalz emotional. "Diese Aufgabe wollen wir in Zukunft noch besser ausfüllen und vor allem auch durch die konsequente Präsenz auf digitalen Plattformen auch jene jungen Zielgruppen für das Geschehen in der Region begeistern, die schon gar kein herkömmliches lineares Fernsehen mehr nutzen", so Kühnl.

Für die Zukunft sind offenbar jetzt schon neue Formate geplant auf RNF und Online-Plattformen. Dabei soll der regionale Sport wieder einen höheren Stellenwert einnehmen, ebenso wie Musik mit regionalen Künstlern sowie Freizeit- und Ausflugsangebote. Ein neues junges Angebot soll die jüngere Zielgruppe ansprechen, so Kühnl. "Wir wollen in den Subregionen der Metropolregion mit unseren Kameras wieder mehr Präsenz zeigen, positive Geschichten herausarbeiten, interessante Menschen vorstellen und im besten Sinne das Heimatgefühl stärken."

Hintergrund: RNF ist mit einem 24-Stunden-Vollprogramm in der Metropolregion Rhein-Neckar in den Kabelnetzen von Vodafon und Unitymedia sowie bundesweit über IPTV-Angebote der Telekom ("Magenta Zuhause") und eingeschränkt über den Astra-Satellit emfpangbar. Laut einer sendereigenen Umfrage aus dem Mai vergangenen Jahres nutzen 400.000 Zuschauer in der Metropolregion regelmäßig das Programm. Die Kernmannschaft des Senders umfasst rund 20 Mitarbeiter, kann aber auf einen Stamm an Freien zugreifen. Die Mediengruppe Dr. Haas ("Mannheimer Morgen") hatte zum 1. Januar 2019 das Rhein-Neckar-Fernsehen aus einer Insolvenz in Eigenverantwortung übernommen, dann aber im September angekündigt, die Aktivitäten wegen enttäuschender Werbeeinnahmen nicht mehr weiterführen zu wollen. Danach hatte RNF im September 2019 beim Amtsgericht Mannheim einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren eingereicht.

Exklusive Storys und aktuelle Personalien aus der Medien- und Kommunikationsbranche gibt es von Montag bis Freitag in unserem kressexpress. Kostenlos unseren Newsletter abonnieren.

Ihre Kommentare
Kopf
Kress Pro Magazin
2020/#03

Lesen Sie im aktuellen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte bei Medien: Was Deutschlands erfahrenster Medienberater Rolf-Dieter Lafrenz jetzt empfiehlt. Dazu: Was die Corona-Krise für die Medienbranche bedeutet.

Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Kress Pro Magazin
2020/#03

Lesen Sie im aktuellen kress pro, dem Magazin für Führungskräfte bei Medien: Was Deutschlands erfahrenster Medienberater Rolf-Dieter Lafrenz jetzt empfiehlt. Dazu: Was die Corona-Krise für die Medienbranche bedeutet.

Inhalt konnte nicht geladen werden.