Wer bezahlt eigentlich Georg Mascolo?

 

Georg Mascolo stand fünf Jahre an der Spiegel-Spitze. Seit 2014 arbeitet er für die Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand beschäftigt sich in seiner aktuellen Kolumne mit der Frage, wer bei Georg Mascolo eigentlich was bezahlt.

Der Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" ("SZ") hat "einen Vertrag als freier Mitarbeiter mit dem NDR", zwischen WDR und NDR werden die Kosten "intern verrechnet", halten die Öffentlich-Rechtlichen auf Anfrage fest. Dazu kommt eine Vereinbarung mit der "SZ": "Herr Mascolo wird nicht nur von NDR und WDR bezahlt", merkt die "Süddeutsche" auf Anfrage an.

Man könnte es auch als Privatsache klassifizieren, was der Ex-"Spiegel"-Chef bei der "Süddeutschen Zeitung" verdient. Schließlich arbeitet Mascolo auch abseits seiner Aufgaben als Chef der Recherchekooperation für die "SZ", betont das Blatt. Allerdings eben nicht nur.

Schon zu Beginn der Partnerschaft zwischen NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" vor fünf Jahren hagelte es Kritik, weil die einseitige Verbindung der Öffentlich-Rechtlichen mit nur einem privaten Partner natürlich eine Verzerrung des Wettbewerbs ist. Auch bei der "Süddeutschen" selbst bewerten das etliche Spitzenkräfte so. Sie sehen es aber nicht als ihre Aufgabe an, sich selbst ihres Vorteils zu berauben. Lange war es ruhig um die Kooperation. In diesem Jahr allerdings schaltete sich der Landesrechnungshof in Mecklenburg-Vorpommern in die Diskussion ein, der die Finanzgebaren des NDR unter die Lupe nahm.

Die Prüfer bemängelten in ihrem Bericht zur Allianz aus NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung": "Die Ausgestaltung dieser Kooperation ist nicht vertraglich geregelt. Insbesondere gibt es keine Regelungen zur Kostentragung für gemeinsame Recherchen." Der NDR habe lediglich eine Honorarvereinbarung mit dem Leiter der Recherchekooperation abgeschlossen, in der ausschließlich dessen Leistungsbeziehungen zum NDR geregelt sei. Anschließend forderte der Landesrechnungshof den NDR auf, die Zusammenarbeit "aus Gründen der Nachvollziehbarkeit von Angemessenheit und Transparenz" auf eine vertragliche Basis zu stellen.

Der NDR dagegen, so notiert der Bericht, hält einen Vertrag für "entbehrlich". Bei der Recherchekooperation gebe es "keine gemeinsamen Beschäftigten oder gemeinsamen Etats", jeder der Mitwirkenden habe volle inhaltliche und personelle Autonomie. Der Informationsaustausch beruhe auf dem "persönlichen Vertrauensverhältnis zwischen den handelnden Personen". An dieser Haltung hat sich nichts geändert, hält der NDR auf Anfrage fest. 

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