Poker um die Bundesliga-Medienrechte: Die Sportschau steht nicht unter Naturschutz

30.01.2020
 

Die Deutsche Fußball Liga will die Vergabe der künftigen Medienrechte an der Bundesliga im kommenden Mai unter Dach und Fach haben. Wie DFL-Chef Christian Seifert die Chancen des ARD-Klassikers "Sportschau" einschätzt.

Holger Blask, Direktor des Bundesliga-Vermarkters DFL, sagte der dpa, die Vorbereitung für die Vergabe der Fußball-Medienrechte für 2021 bis 2025 sei "auf den letzten Metern". Die DFL wolle die Ausschreibung "Stand jetzt im Februar ankündigen", erklärte Blask. Notwendig sei aber noch der Beschluss des Bundeskartellamtes. Die Bundesliga muss sich aus wettbewerbsrechtlichen Gründen mit der Behörde abstimmen.

Christian Seifert, Vorsitzender Geschäftsführer der DFL, bekräftigte gegenüber dpa, dass die DFL sich bei der Ausschreibung "kein Umsatzziel auferlegt" habe. 4,64 Milliarden Euro aus dem Vertrag von 2017/18 bis 2020/21 wären zu übertreffen.

"Als Sportliga macht man alle paar Jahre eine Rechtevergabe und hofft auf neue Technologien und neue Bieter und macht eine Ausschreibung", sagte der 50-Jährige. "Das wird in den nächsten Jahren nicht mehr so sein. Es werden keine substanziell neue Technologien mehr auf den Markt kommen." So sei die G5-Technik nur eine Weiterentwicklung des Mobilfunks. "Sportligen werden immer weniger nur Rechte verkaufen, in der Hoffnung, dass die Summe steigt. Sie werden zunehmend stärker Inhalt anbieten müssen für die Medienpartner", so Seifert.

Ob die ARD-"Sportschau" beim neuen TV-Vertrag zum Zuge kommt, ließ Seifert der dpa zufolge offen. "Der große Unterschied zwischen der Sportschau und der Mopsfledermaus ist, die Sportschau steht nicht unter Naturschutz. Was wir nur sagen können, ist, dass es immer eine zeitnahe Highlight-Berichterstattung geben wird. Das verlangt auch das Kartellamt." Die "Sportschau" sei ein Klassepartner. Sie sei eine der großen ikonischen Marken der ARD wie der "Tatort".

Seifert glaubt demzufolge, dass die Marke deutliche mehr Potenzial hat, "zum Beispiel in der digitalen Welt". "Da bin ich nicht so weit weg von den Intendanten", so Seifert. "Wir sind sehr zufrieden mit der Sportschau, auch wie sie gemacht ist. Aber wir schreiben nicht die Sportschau aus wie auch nicht den Doppelpass, sondern die frei empfangbaren Highlight-Rechte und keine Sendungen."

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