Was haben die Friedrichs gegen den BDZV?

 

Eigentlich hatten Silke und Holger Friedrich, die Eigentümer des Berliner Verlags, einen guten Start beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger. Doch dann feuerte Holger Friedrich eine Breitseite gegen den Branchenverband ab. kress pro-Chefredakteur Markus Wiegand über die Hintergründe.

Das fragen sich auch beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) einige. Im November gab Holger Friedrich der dpa ein Interview. In der Aufregung um seine Stasi-Vergangenheit ging die Breitseite gegen den Verband anschließend etwas unter. Friedrich sagte: "Wir haben auch verstanden, dass unsere Kompetenz im BDZV nicht willkommen ist. (...) Insofern werden wir nicht dem BDZV beitreten, wir werden einen Antrag für die Aufnahme im Bitkom stellen."

Seither ist offen, warum Holger Friedrich sich nicht im Branchenverband willkommen fühlt. Eine Anfrage von kress pro dazu ließ er unbeantwortet.

Eigentlich hatten die Friedrichs einen guten Start beim Branchenverband. Kurz nach der Bekanntgabe des Kaufs der "Berliner Zeitung" im September fand der BDZV-Kongress statt. Und dort, so berichten es Teilnehmer, waren die Neuverleger rasch umringt von Interessierten aus der Branche. So sah man Holger Friedrich etwa im intensiven Gespräch mit Madsack-Chef und BDZV-Vize Thomas Düffert.

Was dann für Verstimmungen sorgte, ist unklar. Einige sahen in der Rede von BDZV-Präsident Mathias Döpfner beim Kongress eine Ursache. Der hatte sich kritisch über Mäzenatentum im Zeitungsgeschäft geäußert. Andererseits ist schwer vorstellbar, dass die Bemerkung eine so harsche Reaktion auslöst.

Andere sehen in der Beteiligung von Friedrichs IT-Unternehmen Core bei der Login-Allianz Verimi die Wurzel des Konflikts. Denn Verimi, an der auch Axel Springer beteiligt ist, kommt nicht recht vom Fleck. Und Friedrich war zeitweise durch Core nicht nur Gesellschafter, sondern auch Geschäftsführer.

Eines ist jedenfalls klar: Das verheerende Presseecho nach dem Bekanntwerden der Stasi-Tätigkeit von Friedrich dürfte noch keine Rolle gespielt haben. Denn das Interview mit der Kritik am BDZV gab Friedrich vorher.

Beim Verband selbst ärgerte man sich über die Äußerung Friedrichs. Schließlich hat man gerade erst die Umbenennung in Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger beschlossen, um zu zeigen, dass man in der neuen Welt angekommen ist. Allerdings ist der Ärger recht schnell wieder verflogen, seit die Neuverleger des Berliner Verlags kein Fettnäpfchen ausgelassen haben.

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Der Beitrag ist Teil von Markus Wiegands aktueller kress pro-Kolumne "Aus unseren Kreisen". Sie können die 124-seitige kress pro/Ausgabe 10/2019 in unserem Shop kaufen.

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