Das Ding geht richtig steil: ARD-Mediathek mit 87 Mio Zugriffen im Januar

10.02.2020
 

Kai Gniffke führt seit September den Südwestrundfunks (SWR) als Intendant. Jetzt hat er bei seiner ersten Jahrespressekonferenz erklärt, wie er den SWR digital verändern will. Was Gniffke "hammerstolz" macht, ist die ARD-Mediathek.

Die ARD-Mediathek wurde unter der Federführung des SWR modernisiert. "Es macht jetzt Spaß, das zu nutzen", sagt Kai Gniffke. Und nicht nur der SWR-Intendant gehört zu den Fans. Die ARD-Mediathek erreicht immer mehr Zuschauer und macht damit den privaten Streaminganbietern zunehmen Konkurrenz. Laut SWR gab es im Oktober 65 Millionen Zugriffe auf Videos in der ARD-Mediathek. Im November waren es schon 75 Millionen und im Januar dann 87 Millionen.

"Das heißt, das Ding geht richtig steil", so Kai Gniffke. "Als SWR sind wir hammerstolz darauf. (...) Damit können wir auch, glaube ich, anderen Streamingdiensten durchaus zeigen, dass wir das mindestens genauso gut können." Es sei deutlich, "dass große Streamingdienste hinter unseren Inhalten her sind wie der Teufel hinter der armen Seele".

Beim SWR werden immer mehr Inhalte maßgeschneidert für Mediathek, Audiothek oder Internet produziert. Der Sender lebt das Motto "Online first, Mediathek first". "Der SWR meint es ernst damit, ein digitales Haus zu werden", sagt Clemens Bratzler, der neue Programmdirektor Information. In den ARD-Gremien glaubt er zu spüren, dass sich der bislang eher beschaulich-bescheiden vor sich hin dümpelnde SWR zum "Innovationstreiber" entwickle.

Hintergrund: Die Landesrundfunkanstalten der ARD speisen auf der gemeinsamen Plattform immer mehr Inhalte ein. Sie reagieren damit auf die zunehmende Zahl von Nutzern, die sich Sendungen nicht im aktuell ausgestrahlten Fernsehprogramm anschauen, sondern vorher oder hinterher.

Im November hatte die ARD angekündigt, dass sich die Mediathek stärker zu einem eigenständigen Streamingangebot hin entwickeln soll. Dazu sollen auch Inhalte exklusiv für die Mediathek produziert werden (kress.de berichtete). Ebenfalls im November vernetzten ARD und ZDF ihre Mediatheken: Sie verlinken auf das jeweils andere Angebot.

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