Neuartiges Pur-Abo: Wie Stefan Ottlitz auf die Spiegel-Nutzer hört

11.02.2020
 

Als erstes großes deutsches Medienhaus bietet der Spiegel mit dem Pur-Abo die Möglichkeit, das Digitalangebot gegen Bezahlung ohne Werbetracking zu nutzen. Spiegel-Führungskraft Stefan Ottlitz zur Strategie.

Im Rahmen des Pur-Abos verzichtet der Spiegel bei der Nutzung von Spiegel.de auf die Erhebung und Verwendung pseudonymisierter Nutzungsdaten zu Werbezwecken, wie überhaupt weitestgehend auf Werbung. Lediglich Reichweitenmessungen und Nutzungsanalysen für interne Zwecke sollen weiter durchgeführt werden.

Stefan Ottlitz, Leiter Produktentwicklung der Spiegel-Gruppe, erklärt die Strategie so: "Qualitätsjournalismus, wie ihn der Spiegel bietet, ist ein kostenintensives Unterfangen. Bisher bezahlten die Nutzerinnen und Nutzer in gewisser Weise mit ihren Daten, auf deren Basis wir personalisierte Werbung ausspielen. Nun bekommen sie die Alternative, für ein anzeigen- und werbetrackingfreies Erlebnis ein kostenpflichtiges PUR-Abo abzuschließen. Damit erfüllen wir einen immer wieder geäußerten Nutzerwunsch, und gleichzeitig stellen wir uns regulatorischen Diskussionen."

Auch auf die weiteren digitalen Angebote der Spiegel-Gruppe soll das Pur-Angebot in den kommenden Monaten übertragen werden.

Hintergrund: Alle Nutzerinnen und Nutzer müssen sich beim Besuch des digitalen Spiegel einmalig entscheiden, ob sie Werbetracking zustimmen, oder ob sie lieber ein Pur-Abo für monatlich 4,99 Euro abschließen. Abonnentinnen und Abonnenten von Spiegel+ zahlen einen reduzierten Preis von monatlich 1,99 Euro. Die Werbefreiheit in den digitalen Angeboten sei nahezu vollständig und nur in wenigen Randbereichen wie in Podcasts vor allem aufgrund technischer Restriktionen durchbrochen, so der Spiegel. Weitere Hintergründe und Informationen zum Entwicklungsprozess des PUR-Abos finden sich auf "DER SPIEGEL x Devblog".

Unser Tipp: Stefan Ottlitz ist einer der Sprecher beim diesjährigen European Publishing Congress in Wien. Sein Thema: Der beeindruckende Relaunch von spiegel.de. Mehr zu der Veranstaltung und Ticket-Infos gibt es hier.

Der European Publishing Congress findet vom 26. bis 28. April 2020 im Schloss Schönbrunn in Wien statt. An die 50 Referentinnen und Referenten werden einige der spannendsten Medienprojekte Europas im Detail vorstellen. Am Galaabend des Kongresses werden die European Publishing Awards für Europas beste Zeitungen, Magazine, Digitalprojekte und Corporate Media Publikationen (kress.de berichtete) verliehen.

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