Warum Springer-Akademie-Direktor Spahl künstliche Intelligenz im Lehrplan aufnimmt

12.02.2020
 

"Der Bedarf an Digital Natives ist einfach riesengroß, deswegen werden wir im Kampf um die besten Talente auch in diesem Jahr neue Wege gehen", kündigt Marc Thomas Spahl, Direktor der Axel Springer Akademie, in einem Interview an. Wie er dabei künstliche Intelligenz einsetzt.

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz wird den Journalismus nachhaltig verändern. Doch was oft als Gefahr für journalistische Standards gesehen wird, birgt eine Fülle an neuen Möglichkeiten. Deshalb nimmt die Axel Springer Akademie als erste Journalistenschule das Thema "KI" als einen Schwerpunkt in den Lehrplan auf. Das kündigt Akademie-Direktor Marc Thomas Spahl im inside.pod, dem New-Work-Podcast von Axel Springer, an: "Wir wollen, dass unsere jungen Journalistinnen und Journalisten ein tiefes Grundlagenverständnis aufbauen."

Dazu werden sie sich eine Woche lang mit namhaften Experten austauschen, aber auch bereits selber erstmals mit KI arbeiten und über neue Formate und Anwendungen im Journalismus nachdenken. "Wir möchten Neugier auf die neuen Techniken wecken, ihr Potenzial und ihre Grenzen beleuchten, vor allem Berührungsängste abbauen", so Spahl. "In einem Unternehmen, das sich so dem Digitaljournalismus verschrieben hat, ist es wichtig, diese Akzente schon während der Ausbildung zu setzen."

Das Experimentieren mit neuen Plattformen und Formaten ist wesentlicher Teil der praxisorientierten Ausbildung der Akademie. Zu den bisherigen journalistischen Projekten zählen u.a. der Syrien-Podcast "ALYOM", das Instagram-Format "Divers*land", das Snapchat-Projekt über den Holocaust "sachor jetzt!", das Jugendmagazin "HAWAIITOAST" auf TikTok oder die Politik-Show für junge Leute "shotty" auf WhatsApp.

Nicht nur dank solcher Projekte, die für die Journalistenschüler wertvolle Erfahrung und darüber hinaus oft Inhalte für die Redaktionen lieferten, sei die Axel Springer Akademie auch ein Think Tank des Unternehmens. Marc Thomas Spahl im inside.pod: "Ich glaube, das ist das Wichtigste, was man jungen Journalisten ermöglichen kann: auszuprobieren. Das wollen wir hier vorleben."

Wie im Vorjahr wird die Axel Springer Akademie gemeinsam mit den Redaktionen 2020 zwei Teams mit insgesamt knapp vierzig Journalistenschülern ausbilden. Im Schnitt werden 80 bis 90 Prozent der Absolventen in den Redaktionen übernommen. "Der Bedarf an Digital Natives ist einfach riesengroß", so Spahl, "deswegen werden wir im Kampf um die besten Talente auch in diesem Jahr neue Wege gehen."

Unser Tipp! Die rund 30-minütige inside.pod-Folge mit Marc Thomas Spahl ist auf SoundCloud, iTunes, Spotify und Google Podcast zu hören.

Exklusive Storys und aktuelle Personalien aus der Medien- und Kommunikationsbranche gibt es von Montag bis Freitag in unserem kressexpress. Kostenlos unseren Newsletter abonnieren.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.