Politik und Journalismus: Wie Friedrich Merz und der DJV aneinandergerieten

18.02.2020
 

Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), und der frühere Unionsfraktionsvorsitzende Friedrich Merz haben sich die Meinung gesagt. Es geht um Äußerungen von Merz über das Verhältnis von Politikern und Journalisten.

Laut DJV soll Friedrich Merz Ende Januar in Aachen von einer Machtverschiebung zugunsten der Politikerinnen und Politiker gesprochen haben, die heute über ihre eigenen Kommunikationskanäle verfügten. "Wörtlich sagte er über die Journalistinnen und Journalisten: 'Wir brauchen die nicht mehr'", so die Darstellung des DJV.

In einem offenen Brief fragte daraufhin der DJV-Vorsitzende Frank Überall: "Was für ein Verständnis von der Rolle der Medien im demokratischen Rechtsstaat haben Sie? Sehen Sie in uns Journalistinnen und Journalisten eine überflüssig gewordene Berufsgruppe? Glauben Sie ernsthaft, dass Videos, Tweets und Facebook-Postings als Informationsquellen der Bürgerinnen und Bürger ausreichen?"

Merz stellte in einem Brief an Überall klar: Bei der Karnevalsveranstaltung am 21. Januar in Aachen sei der Satz: "Wir brauchen die nicht mehr" ... ausschließlich und erkennbar im Zusammenhang mit der Verbreitung von Nachrichten über social media Kanäle gestanden. Er habe an keiner Stelle die Bedeutung einer freien Presse in Frage gestellt. Er betone im Gegenteil "in fast jeder meiner Reden die Bedeutung und Notwendigkeit der Pressefreiheit".

Überall bedankte sich für die Klärung und zeigte sich auch interessiert, das Angebot von Merz anzunehmen, über die Bedrohung der Pressefreiheit zu reden. Allerdings twitterte der Journalisten-Verband auch: "Merz rudert zurück". Der Sprecher von Merz, Armin Peter, reagierte mit Unverständnis: Merz sei "an keiner Stelle 'zurückgerudert'".

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Ulf J. Froitzheim

Ulf J. Froitzheim

Redaktionsbüro UJF.biz
Freier Journalist

27.02.2020
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