Springer-Vorstand gibt grünes Licht für Delisting-Angebot von KKR - Umsatz- und Gewinnrückgang

27.02.2020
 

Vorstand und Aufsichtsrat von Axel Springer befürworten und unterstützen das Delisting-Erwerbsangebot von KKR. Zugleich hat Springer Geschäftszahlen für 2019 veröffentlicht. Umsatz und Ergebnis gingen zurück.

Vorstand und Aufsichtsrat sind der Auffassung, dass das Delisting im besten Interesse der Axel Springer SE liegt. In einer Stellungnahme heißt es: "Da ein Delisting-Erwerbsangebot Voraussetzung für das Delisting ist, befürworten und unterstützen Vorstand und Aufsichtsrat nach sorgfältiger und eingehender Prüfung der am 21. Februar 2020 veröffentlichten Angebotsunterlage das Angebot von KKR. Vorstand und Aufsichtsrat bestätigen, dass die Gegenleistung in Höhe von EUR 63,00 die gesetzlichen Anforderungen an ein Delisting-Erwerbsangebot erfüllt und damit für die Zwecke des Delisting-Erwerbsangebots angemessen ist."

Zugleich hat Springer Geschäftszahlen veröffentlicht: Der Medienkonzern hat im Gesamtjahr 2019 Umsatzerlöse in Höhe von 3.112,1 Millionen Euro (Vj.: 3.180,7 Millionen Euro),  ein bereinigtes EBITDA von 630,6 Millionen Euro (Vj.: 737,9 Millionen Euro) sowie ein bereinigtes EBIT von 414,5 Millionen Euro (Vj.: 527,9 Millionen Euro) erzielt. Den Gewinnrückgang beim EBITDA um fast 15% begründet das Management vor allem mit Rückstellungen für die Restrukturierung im Bereich News Media National, wo das Geschäft von "Bild" und "Welt" gebündelt ist. Für 2020 peilt Springer mehr Investitionen an und stellt dabei auch Zukäufe in Aussicht. Deshalb werde der Gewinn zwischen zehn und 20 Prozent zurückgehen, und die Umsätze dürften stagnieren.

Hintergrund: Axel Springer will sich von der Börse zurückziehen. Für dieses sogenannte Delisting wird ein Antrag bei der Frankfurter Wertpapierbörse gestellt. Der Rückzug von dem regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse setzt ein vorheriges öffentliches Delisting-Erwerbsangebot an die Springer-Aktionäre voraus. So können die Aktionäre ihre Aktien vor der Einstellung der Börsennotierung noch veräußern. Der US-Investor KKR wird ein solches Angebot mit einem Barangebotspreis in Höhe von 63 Euro je Axel Springer-Aktie abgeben. Diese Gegenleistung entspricht dem Angebotspreis unter dem vorangegangenen öffentlichen Übernahmeangebot, das im Dezember 2019 vollzogen wurde

Seit dem Vollzug des vorangegangenen Übernahmeangebots bildet KKR gemeinsam mit Friede Springer und Mathias Döpfner ein Konsortium, um Axel Springer gemeinsam weiterzuentwickeln. Im Rahmen des öffentlichen Delisting-Erwerbsangebots werden Friede Springer und Mathias Döpfner, die direkt und indirekt gemeinsam rund 45,4 Prozent des Grundkapitals von Axel Springer halten, keine von ihnen direkt oder indirekt gehaltenen Aktien verkaufen.

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