Berliner Zeitung-Chefredakteur Thieme hat schon genug - neue Vorwürfe gegen die Friedrichs

02.03.2020
 

Laut einem Bericht des Spiegel soll der Chefredakteur von Berliner Zeitung und Berliner Kurier, Matthias Thieme, an diesem Sonntag seine Kündigung eingereicht haben - nach nur drei Wochen auf diesem Posten. Indes gibt es gegen die Verlagseigner Holger und Silke Friedrich neue Vorwürfe.

Die Verleger Silke und Holger Friedrich teilten am Montag der Deutschen Presse-Agentur in einem Statement mit, Thieme habe nach kurzer Zeit entschieden, seine Position aus "persönlichen Gründen" aufzugeben. "Wir bedauern diese Entscheidung und wünschen Herrn Thieme für seinen weiteren Weg alles Gute." Der Spiegel hatte zuerst über die Top-Personalie berichtet.

Matthias Thieme war vom Berliner Verlag im Dezember 2019 als Chefredakteur für digitale Produkte verpflichtet worden. Am 10. Februar verkündete der Verlag, dass die bisherigen Chefredakteure Jochen Arntz und Elmar Jehn das Unternehmen verlassen würden. Thieme führte seither als alleiniger Verantwortlicher die Redaktionen von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" (kress.de berichtete)- bei der Weiterentwicklung der Print- und Online-Ausgabe unterstützte ihn Herausgeber Michael Maier. Vor seinem Wechsel zum Berliner Verlag war Thieme Co-Chefredakteur der "Frankfurter Neue Presse".

Zur Person: Matthias Thieme (geb. 1974) hat seine journalistische Karriere in Frankfurt begonnen. Ab 2002 war er erst als Volontär, dann als Redakteur im Lokalen und später in der Politikredaktion der "Frankfurter Rundschau" tätig. Zu Thiemes weiteren beruflichen Stationen zählen die DuMont-Redaktionsgemeinschaft Berlin (2010-2012), das Wirtschaftsmagazin "Capital" in Berlin (2012-2015) und die Funke Mediengruppe, wo er zuletzt als Ressortleiter Wirtschaft die überregionale Wirtschaftsberichterstattung steuerte.

Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass den Verlegern Silke und Holger Friedrich womöglich eine Strafanzeige in der Schweiz droht. Das berichtet die Welt am Sonntag. Demnach sollen die jetzigen Inhaber des Berliner Verlags zwischen 2015 und 2019 falsche Angaben gemacht und vorgetäuscht haben, eine Firma in Zürich zu besitzen.

Das Unternehmerpaar hatte den Berliner Verlag im September 2019 übernommen. Zunächst hatten Silke und Holger Friedrich ein umfassendes Manifest zur Zukunft der Zeitung und dem Zustand der Gesellschaft veröffentlicht. Dann gab es Berichte darüber, dass die Eigentümer Einfluss auf die Berichterstattung der Berliner Zeitung genommen haben sollen. Im November wurde bekannt, dass Holger Friedrich in den Achtzigerjahren Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi war.

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