Weniger Hierarchie, mehr Eigenverantwortung: Wie HR-Intendant Manfred Krupp seine Anstalt umbaut

 

Manfred Krupp, Intendant des Hessischen Rundfunks (HR), baut sein Haus radikal um. Er möchte es crossmedial neu ausrichten und reduziert die Anzahl der Direktoren. Auch die Arbeitsweisen der HR-Mitarbeiter sollen sich wandeln.

Konkret bringt die Umstrukturierung mit sich, dass Krupp eine neue Programmdirektion bildet. In ihr gehen die bisherigen getrennten Fernseh- und Hörfunkdirektionen auf, die beide in dieser Form aufgelöst werden. Gemeinsam mit dem Bereich Multimedia werden sie nun unter einem Dach zusammengeführt.

"Wir möchten uns noch besser crossmedial ausrichten, um der sich rasant verändernden Mediennutzung Rechnung zu tragen. Digitale Kanäle nehmen immer stärker an Bedeutung zu, und unser Publikum erwartet eine vielfältige Präsenz des HR auf diesen unterschiedlichen Wegen", sagt Manfred Krupp. "Nur so können wir auch in Zukunft unseren Auftrag erfüllen. Für die Neuaufstellung werden wir die Anzahl unserer Direktionen reduzieren."

Neben der neuen Programmdirektion bleibt die Betriebsdirektion in ihrer jetzigen Aufstellung weitgehend unverändert bestehen. Das Justiziariat wird wegen seiner besonderen Stellung direkt beim Intendanten angesiedelt. Greifen wird der weitreichende Umbau zum 1. August, wenn Heinz Sommer nach 25-jähriger Tätigkeit als HR-Hörfunkdirektor in den Ruhestand geht. Gabriele Holzner wird dann die Programmdirektion medienübergreifend verantworten.

Ab dann werden sich auch die Arbeitsweisen der HR-Mitarbeiter wandeln. "Wir müssen uns konsequent an den Interessen und Bedürfnissen der Menschen in Hessen orientieren und die Programminhalte darauf ausrichten. Wir lösen uns von unserer Säulenstruktur. Zukünftig wird in den Programmbereichen integriert für alle Ausspielwege gearbeitet", so Manfred Krupp. "Damit setzen wir den Weg konsequent fort, den wir mit der crossmedialen Sportredaktion und dem Programmbereich Hesseninformation bereits erfolgreich begonnen haben." 

Konkret wird er auf eine "teamorientierte Arbeitsweise" und eine stärkere Vernetzung über Abteilungsgrenzen hinweg setzen. So sollen die Mitarbeiter ihre Kompetenzen besser einbringen können und mehr Raum für Innovation erhalten. Der Leitgedanke dabei: "Weniger Hierarchie, mehr Eigenverantwortung."

Intendant Krupp informierte am Freitag sowohl die Gremien des HR, also den Rundfunk- und den Verwaltungsrat, als auch den Personalrat und die Mitarbeiterschaft über die Pläne. In den nächsten Wochen wird es Informationsveranstaltungen und Workshops im Haus geben, um die Mitarbeiter in diesen Prozess einzubinden, ihre Rückmeldungen einzuholen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Beschäftigten den geplanten Umbau zu ihrer Sache machen und über Bereichsgrenzen hinweg eigenverantwortlich stärker zusammenarbeiten. Auch Besuche bei regionalen Studios und Korrespondentenplätzen sind vorgesehen.

Hintergrund: Der Hessische Rundfunk verbindet seit über 70 Jahren Hessen in seiner Vielfalt. Neben dem Funkhaus in Frankfurt ist die öffentlich-rechtliche Landesrundfunkanstalt mit Studios in Kassel, Fulda, Gießen, Wiesbaden und Darmstadt vertreten und hat zusätzliche Korrespondentenbüros in allen Regionen Hessens. Der HR erreicht werktäglich mit seinen sechs Hörfunkwellen, dem HR-Fernsehen und den Internetangeboten (u.a. hessenschau.de) 64 Prozent aller Hessen ab 14 Jahren – dies sind über drei Millionen Menschen pro Werktag. Mit seinen rund 1.700 Arbeitnehmern und etwa 880 freien Mitarbeitern ist der HR als Arbeit- und Auftraggeber ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

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