Wie der Corona-Virus den Tagesspiegel-Alltag auf die Probe stellt

13.03.2020
 

Auch beim Berliner Tagesspiegel hat sich ein Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert. Wie die Geschäftsführung, die Chefredaktion und die Redaktion damit umgehen.

Am Mittwochmorgen um kurz nach 6 Uhr sei im Postfach sämtlicher Verlagsangestellter eine E-Mail der Geschäftsführung mit dem Betreff "Dringende Mitarbeiterinformation" eingegangen: "Wir haben bedauerlicherweise seit gestern Abend einen bestätigten Coronavirus-Fall im Tagesspiegel-Haus. Alle Kolleginnen und Kollegen, die Kontaktpersonen ersten Grades sind, wurden darüber informiert und bleiben die nächsten zwei Wochen zu Hause. Wir bieten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an, ins Homeoffice zu wechseln (...) Ausdrücklich appellieren wir an Sie, wenn Sie Symptome aufweisen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hindeuten, zu Hause zu bleiben." Dies berichtet Maris Hubschmid, stellvertretende Leiterin des Ressorts "Story" beim Tagesspiegel. 

Minuten später habe die Chefredaktion angekündigt, die morgendliche Planungsrunde auf ein Minimum an Teilnehmern zu reduzieren. Eine für den kommenden Tag geplante Versammlung der Gesamtredaktion sei abgesagt worden. Das Sportressort habe über den Haupt-Kommunikationskanal Slack als erstes gemeldet, an diesem Tag komplett von zu Hause aus zu arbeiten. Redakteure wie Layouter, Bildbearbeiter, Vertriebsmitarbeiter hätten ihre Handynummern für alle sichtbar ins Verlagssystem eingetragen.

"Wer seine E-Mails in der Früh nicht bereits von zu Hause aus abgerufen hat, wundert sich beim Eintreffen, wie still es auf den Fluren ist. Oder stellt zuallererst fest: Die Kantine ist geschlossen", erinnert sich Hubschmid. "Um 9.15 Uhr sitzen sich dann immer noch 13 Redakteure im Konferenzbereich im dritten Stock gegenüber, jeder zweite Hocker am Stehtisch bleibt frei. Ein Meter Sicherheitsabstand? Lachen, Unsicherheit."

Die Ansage des Chefredakteurs Mathias Müller von Blumencron sei unmissverständlich gewesen: "Wer nicht unbedingt für die Produktion gebraucht wird, soll von zu Hause arbeiten." So lange nicht geklärt sei, ob weitere Mitarbeiter das Virus haben, sei das Ziel, dass sich im Haus so wenige wie möglich begegneten.

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