Warum durch Corona das TV-Lagerfeuer wieder brennt

17.03.2020
 

Seit Beginn der Corona-Krise beobachtet die AGF Videoforschung einen Anstieg der linearen Fernsehnutzung. Die Vorsitzende Kerstin Niederauer-Kopf spricht von einem "Lagerfeuereffekt".

Auf die bundesweiten Schulschließungen in der Corona-Krise haben die öffentlich-rechtlichen Funkhäuser schnell reagiert: Die ARD Mediathek stellt unter der Überschrift "Planet Schule - Lernen, wenn die Schule zu ist" online Lerninhalte bereit, Der WDR strahlt das beliebte Kinderprogramm "Die Sendung mit der Maus" täglich um 11:30 Uhr aus. Der Bayerische Rundfunk (BR) macht mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus gemeinsame Sache - und bietet unter dem Motto "Schule daheim" ein Angebot zum Lernen zuhause via ARD-alpha, BR Mediathek und Infoportal "mebis". Auch der SWR hat sein Programm umgebaut: Ab sofort werden ab 8.00 Uhr ein "Tigerenten Club spezial" und anschließend die Sendungen "Planet Schule" und "Planet Wissen" gesendet (kress.de berichtete). Beim Kinderkanal Kika von ARD und ZDF gibt es unter dem Titel "Gemeinsam Zuhause" "alles für eine Bewältigung der Situation, von Tipps gegen die Langeweile bis zum Liveaustausch mit anderen Zuschauerinnen und Zuschauern".

Damit antworten die Sender auch auf etwas, das Kerstin Niederauer-Kopf als "gesteigertes Informationsbedürfnis" bei den Zuschauerinnen und Zuschauern beschreibt. Das kristallisiere sich mit Blick auf die Fernsehnutzungsdaten seit dem Beginn der Corona-Krise heraus, so die Vorsitzende der AGF Videoforschung im Deutschlandfunk.

Aber nicht nur das Bedürfnis nach Information sei beim Publikum groß - auch das nach Ablenkung: "Es profitieren natürlich die Sender mit einer gelernten Nachrichten- oder Berichterstattungskompetenz wie die öffentlich-rechtlichen Sender. Aber es profitieren insbesondere auch die Privatsender in den Primetime-Formaten."

Besonders die Nutzungszahlen des linearen Fernsehprogramms seien in den letzten Tagen gestiegen, so Niederauer-Kopf. Eine Entwicklung, die gegen den Trend der vergangenen Jahre verlaufe, denn dort habe man "immer die Tendenz in die non-linearen Kanäle gesehen, und momentan stellen wir eher einen Lagerfeuereffekt fest", so die Vorsitzende der AGF Videoforschung.

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