Anpassen, was Konsumenten wollen: US-Playboy stellt Print-Magazin ein

 

Eine der weltweit stärksten Print-Marken zieht sich auf dem US-Markt aus dem Geschäft mit der regelmäßigen Print-Erscheinung zurück. Wie Ben Kohn, CEO von Playboy Enterprises, ankündigt, wird das aktuelle Frühjahrsmagazin der vorerst letzte gedruckte Titel sein. Doch ganz stirbt Print nicht.

Damit wird nach der "Spring"-Ausgabe, die derzeit an den US-Zeitschriftenhandel ausgeliefert wird, kein weiteres Heft gedruckt. Seit 2019 erscheint der Playboy auf seinem Heimatmarkt ohnehin nur noch vierteljährlich.

Die Entscheidung, voll auf die digitale Verbreitung der beliebten Playboy-Inhalte zu setzen, sei intern schon länger diskutiert wurden, sagte Ben Kohn in einem offenen Brief, der über die Plattform Medium verbreitet wurde. Die Corona-Krise hat diese Debatte beschleunigt.

Ben Kohn zufolge geht es nun darum, "wie wir unser US-Print-Produkt transformieren, um uns besser dem anzupassen, was die Konsumenten heute wollen", schreibt er in dem Statement. Ziel ist es, "jeden einzelnen Tag in einen kulturellen Austausch zu tretten - und nicht erst alle drei Monate".

Nun stellt Playboy in den USA auf das "digital-first"-Prinzip um. Dies soll alle Playboy-Inhalte umfassen, so Ben Kohn, darunter die Interviews, den Playboy Advisor sowie natürlich die Playmate-Fotostrecken, kündigte der CEO an.

Einen Komplett-Ausstieg aus der Produktion von Print-Publikationen schloss er allerdings aus. Vom nächsten Jahr an soll es in den unterschiedlichsten Formen, so Ben Kohn, Sonderausgaben und Kollektionen geben. "Print ist das, womit wir angefangen haben. Und Print wird immer ein Teil von dem sein, wofür wir stehen", schreibt er.

Hintergrund: Das Playboy-Magazin wurde 1953 von Hugh Hefner gegründet und gilt als eine der weltweit bekannten Medienmarken. In Deutschland erscheint es unter den Geschäftsführern Florian Boitin, gleichzeitig auch Chefredakteur, und Myriam Karsch im neu gegründeten Münchner Kouneli Media Verlag.

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