FAZ verkauft 10.000 Digitalabos in einer Woche​

01.04.2020
 

Das Informationsbedürfnis steigt in unsicheren Zeiten stark. Das spürt die Frankfurter Allgemeine Zeitung derzeit besonders bei ihren digitalen Produkten. Eine vergleichbare Steigerung der Zugriffe in so kurzer Zeit habe es noch nie gegeben. Das ganze FAZ-Haus organisiert sich in der Corona-Krise digital neu.

Die Zugriffe auf die Websites von faz.net, auf dem Desktop, auf dem Mobiltelefon sowie über die FAZ-Apps sind in März in der Summe im Vormonatsvergleich um 80 Prozent auf deutlich mehr als 120 Millionen Visits gestiegen. Überproportional gewachsen sind vor allem die mobilen Angebote. Allein auf der mobilen Website haben sich die Zugriffe im März mehr als verdoppelt.

Zur Corona-Krise hat die FAZ auch einen Newsletter auf den Weg gebracht. Er erscheint täglich und liefert kostenlos die wichtigsten Stücke des Tages zu diesem Thema. 27.000 Leser haben den Corona-Newsletter bereits abonniert. Bei der FAZ gilt das Projekt als "Meilenstein". Es zeige, wie sehr sich die technischen Fähigkeiten des Medienhauses in den vergangenen Jahren verbessert und Entscheidungsprozesse beschleunigt haben: Zwischen der Frage, ob ein solcher Newsletter eine gute Idee sei, und der Einführung seien keine 24 Stunden vergangen.

Ähnlich schnell wurde bei der FAZ über die Einführung eines speziellen Angebots für den F+ Zugang zu faz.net entschieden, der normalerweise 2,95 Euro in der Woche kostet. Derzeit wird er für 1 Euro angeboten. Der Grund hierfür ist ebenfalls das Informationsbedürfnis rund um das Coronavirus. In nur einer Woche haben sich "deutlich mehr als 10.000 neue Abonnenten" von diesem Angebot überzeugen lassen. Es gilt für Neukunden und für die kommenden vier Monate.

Neben den Privatkunden nutzen auch Unternehmen verstärkt die digitalen Angebote der FAZ. Das Ergebnis: Die gesamte Digitalauflage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung liegt mittlerweile bei 150.000 Abonnenten.

Tipp: Im vergangenen Jahr hat FAZ-Digital-Chef Carsten Knop in kress pro seine Paywall-Strategie erklärt und erläutert, wie er bei der im Oktober 2018 gestarteten Flatrate F+ vorgeht. Sie können das Heft 4/2019 mit dem Knop-Interview in unserem Shop kaufen.

Das ganze FAZ-Haus organsiert sich digital neu: Im Zuge der Corona-Krise hat bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das überwiegend mobile Arbeiten Einzug gehalten: Alle Mitarbeiter könnten inzwischen so arbeiten, und 90 Prozent der Belegschaft arbeiteten derzeit mobil. Man habe sich in regelmäßigen Telefon- und oder Videokonferenzen neu organisiert: Die Kollegen aus der Informationstechnologie hätten die bisherige Zentralstruktur der Systeme zu Beginn der Krise in eine dezentrale Struktur verwandelt.

Zugleich sieht sich die Frankfurter Allgemeine Zeitung gut gegen die Corona-Krise gewappnet. Das Geschäftsjahr 2019 sei sehr zufriedenstellend verlaufen, man sei schuldenfrei und mit einer hohen Eigenkapitalquote ausgestattet. Daher ist derzeit bei der FAZ keine Kurzarbeit geplant, jedoch sei der Verlauf der nächsten Wochen nicht absehbar.

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