Exklusiv: Claus Döring gibt Chefredaktion der Börsen-Zeitung ab

 

Nach über 20 Jahren an der Spitze der Wirtschafts- und Finanzzeitung: Claus Döring wird die Chefredaktion der Börsen-Zeitung abgeben. Wie Döring seinen Abgang kommentiert und was er künftig machen möchte.

Wie die WM-Gruppe (Herausgebergemeinschaft Wertpapier-Mitteilungen, Keppler, Lehmann GmbH & Co. KG) in Frankfurt am Main verlagsintern mitteilte, wird der 61-Jährige zum 1. April 2021 seinen Posten nach dann 21 Jahren an der Spitze der Wirtschafts- und Finanzzeitung aufgeben. Döring wolle ab dem kommenden Jahr "aus familiären Gründen etwas kürzer treten", aber der Zeitung weiter als Kolumnist und Autor wie für Veranstaltungen zur Verfügung stehen, heißt es weiter. Döring führt die Börsen-Zeitung noch ein Jahr lang. Mit der Suche nach einem Nachfolger will sich der Verlag nun die nächsten Monate Zeit lassen, heißt es in Verlagskreisen.

Döring hat fast sein gesamtes Berufsleben bei dem 1952 gegründeten Blatt verbracht, dessen Aufgabe es von Beginn an erklärtermaßen war, das "Börsengeschehen zu beleben und zu fördern".  Der gebürtige Erlanger war 1988 zu dem Blatt nach Frankfurt am Main gekommen. Davor hatte er Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften an der Universität Nürnberg-Erlangen studiert und dann bei der "Rheinpfalz" volontiert, wo er im Anschluss als Wirtschaftsredakteur eine Anstellung fand. Bei der Börsen-Zeitung leitete er von 1990 an das Ressort "Unternehmen". Am 1. April 2000 war Döring in der Nachfolge von Hans Konradin Herdt zum Chefredakteur der Börsen-Zeitung berufen worden, nachdem er der Chefredaktion bereits zwei Jahre lang angehört hatte.

In der Zeitspanne von Dörings sei es an den Finanzmärkten "spannend wie selten" zugegangen, heißt es weiter in der Würdigung des Verlages. Das Platzen der TMT-Blase, Neuer Markt, 9/11, Finanz- und Eurokrise und jetzt die Corona-Pandemie hätten "für immer neuen Stoff" gesorgt. Mit ihrer Berichterstattung und Einordnung dieser Themen habe die Börsen-Zeitung unter Claus Döring ihren "Anspruch hoher journalistischer Qualität überzeugend eingelöst". Nicht zuletzt deshalb sei sie in den vergangenen drei Jahren vom Branchenblatt Wirtschaftsjournalist zur besten Wirtschaftsredaktion Deutschlands gekürt worden.

Döring sagte gegenüber kress.de es sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, um das Steuerrad weiterzureichen. Die Zeitung sei trotzt der Corona-Krise gut für die Zukunft gerüstet. Er sei glücklich und zufrieden, dass er die künftige Entwicklung enorm wichtige Digitalisierung erfolgreich auf den Weg gebracht habe. "Diesen Weg weiter zu gehen, ist die Sache meines Nachfolgers", so Döring weiter. Er wolle mehr Zeit für seine Freunde und die Familie nehmen, zu der seine Frau, drei Kinder und zwei Enkelkinder zählen.

Sie möchten Konstruktives über die Medien und Corona, exklusive Storys und aktuelle Personalien lesen? Dann bestellen Sie bitte unseren kostenlosen kressexpress. Jetzt für den täglichen Newsletter anmelden.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.