Bertelsmann-Chef Rabe: Auch nach der Krise wird mehr von zuhause aus gearbeitet werden

04.05.2020
 

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe geht davon aus, dass das Arbeiten auch nach der Corona-Krise flexibler bleiben wird. Staatshilfe will der Medienkonzern nicht, man habe ausreichend Liquidität.

Das lasse sich nicht zurückdrehen, so Rabe in der FAZ. Gleichzeitig hat die Pandemie nach Ansicht des Bertelsmann-Chefs auch offengelegt, wo Deutschland bei der Digitalisierung hinterherhinke: "Wenn man sieht, wie schwer sich deutsche Schulen damit tun, jetzt die Kinder zu unterrichten", dann zeige das den Rückstand beim E-Learning.

Der Bertelsmann-Vorstandschef, der in Personalunion auch die Sendergruppe RTL führt, sagt, in der Krise wirke sich positiv aus, dass der hohe Anteil digitaler Geschäfte bei Bertelsmann schon im vergangenen Geschäftsjahr erstmals mehr als 50 Prozent vom Gesamtumsatz ausmachte. Doch "das Geschäftsjahr 2020 wird mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie eine Herausforderung".

Das erste Quartal habe für Bertelsmann aus zwei Hälften bestanden: Zehn Wochen mit einem guten Start vor der Corona-Pandemie und zwei Corona-Wochen, "die es allerdings in sich hatten". Vor allem die werbefinanzierten Geschäfte seien überproportional vom wirtschaftlichen Einbruch betroffen, dagegen entwickele sich die Dienstleistungstochter Arvato trotz der Auswirkungen der Pandemie relativ stabil. Im E-Commerce-Geschäft suche das Unternehmen sogar händeringend nach neuen Mitarbeitern.

In die Rufe nach staatlichen Subventionen stimmt Rabe nicht ein. "Wir müssen keine Staatshilfen in Anspruch nehmen", sagt er der FAZ. Der Vorstand habe frühzeitig ein Bündel an Maßnahmen umgesetzt, die der Sicherung und Ausweitung der Liquidität des Unternehmens dienten. So habe Bertelsmann unter anderem einen Eurobond über 750 Millionen Euro mit einer Laufzeit von acht Jahren erfolgreich platziert. "Durch weitere kurzfristige Maßnahmen haben wir unsere liquiden Mittel darüber hinaus beträchtlich gesteigert", erklärte Rabe. Bertelsmann habe ausreichend Liquidität, der Vorstandschef spricht von vier Milliarden Euro.

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