Wie Gabor Steingarts Bezahlmodell genau aussieht - Start von ThePioneer

11.05.2020
 

"Das Auslaufen des Redaktionsschiffs PioneerOne markiert den Startschuss für ein ganz besonderes journalistisches Projekt", schreibt Gabor Steingart in seinem heutigen "Morning Briefing"-Newsletter. Wie das Bezahlmodell des Media-Pioneer-Gründers genau aussieht.

Die offizielle Pioneer-Mitgliedschaft beginnt zusammen mit dem neuen werktäglichen Newsletter Hauptstadt Briefing von Chefredakteur Michael Bröcker und dessen Stellvertreter Gordon Repinski. "Wir recherchieren ab heute für Sie in den Kulissen der Berliner Republik, berichten über geplante Gesetze, Machtkämpfe und Vorgänge, die eigentlich verborgen bleiben sollen. Heute und morgen gibt es das Hauptstadt Briefing kostenfrei zum Kennenlernen", heißt es dort.

Über einen Monatsbeitrag bekommen Nutzer Zugriff zu allen digitalen Inhalten wie Briefings, Podcasts, Live-Streams und Infografiken sowie einen exklusiven Zugang zum Redaktionsschiff ThePioneer One.

"Entscheiden Sie selbst, was Sie monatlich beitragen möchten", heißt es auf thepioneer.de, der neuen, werbefreien Website, wo die Steingart-Mannschaft ab sofort alle Analysen, Grafiken, Videos und Fotos veröffentlicht. Der Mindestbeitrag für Nachwuchs-Pioneers, beispielsweise Studentinnen und Studenten beträgt 10 Euro. Ansonsten beginnt die "Basis für wahrhaft unabhängigen Journalismus" mit 25 Euro - also "weniger als 1 Euro pro Tag". Für 50 Euro im Monat sollen Pioniere einen "essentiellen Beitrag" für den stetigen Ausbau der Crew und den Aufbau neuer journalistischer Projekte leisten. Wer genau 833 Euro locker macht, hilft mit, Steingarts Mission "richtig Schubkraft zu verleihen - als ThePioneer Supporter mit exklusiven Vorteilen". Steingarts "Morning Briefing"-Newsletter und -Podcast bleibt nach einer Registrierung weiterhin kostenlos.

Ingo Rieper, CEO der Media Pioneer Publishing, sagt zum Konzept: "Das Versprechen von 'Join ThePioneer' ist eine flexible Möglichkeit für alle Leserinnen und Hörer, selbst als Pioneer Teil dieser Expedition zu werden, diese spannende Mission zu unterstützen und neue journalistische Projekte zu fördern."

Chefredakteur Michael Bröcker betont, ThePioneer sei kein Produkt, sondern ein Projekt: "Wir sind nicht durchgestylt, klick optimiert und demoskopisch vermessen, sondern authentisch, nahbar und - auch das - nie im Ziel. Willkommen an Bord!"

Das Redaktionsschiff PioneerOne sei schwungvoll in Mondorf bei Bonn gestartet (zum Video) und liege am Montagmorgen vor den Rheinterrassen in Düsseldorf, berichtet indes Gabor Steingart. "Der 170-kW-Elektromotor, der mit Grünstrom betrieben wird, hat uns derart lautlos gefahren, dass die im Studio geführten Interviews mit Ranga Yogeshwar und Sigmar Gabriel durch keinerlei Nebengeräusche gestört waren." An diesem Montag stehen die Besuche von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der Henkel-Aufsichtsratsvorsitzenden Simone Bagel-Trah auf dem Programm. "Viele freundliche Menschen entlang des Rheins winken uns zu, leider können wir Corona-bedingt im Moment keine Gäste an Bord nehmen", so Steingart. Wer diese "besondere Tour" live verfolgen will, kann dies auf ThePioneer.de tun. Zehn Kameras sind an Bord fest installiert, die das Treiben auf dem "ersten Medienschiff" weltweit dokumentieren.

Ab 18. Mai werde das Schiff dann täglich auf der Spree im Berliner Regierungsviertel unterwegs sein. Nach den Corona-Einschränkungen soll es mit Veranstaltungen dann auch den Mitgliedern offen stehen.

"Wir verstehen uns als Patrouillenschiff der Demokratie - unabhängig von Parteien, Lobbygruppen und Werbeindustrie, transparent und meinungsfreudig. Unsere Botschaft an Parlamentarier, Regierungsvertreter, Lobbygruppen und die anderen Medien ist klar: We are watching you", so die Ansage vom ehemaligen Handelsblatt-Macher Gabor Steingart.

Hintergrund: Mit dem Launch der Website www.ThePioneer.de sind erstmalig alle Inhalte des European Publishing Start-Up of the Year (Medienfachverlag Johann Oberauer) an einem Ort verfügbar, darunter das Morning Briefing von Media-Pioneer-Gründer Gabor Steingart, auch das Wall Street Weekly von Börsenreporterin Sophie Schimansky oder der Ökonomie-Podcast Beyond the Obvious von Daniel Stelter. Frei nach Hannah Arendts Merksatz "Wahrheit gibt es nur zu zweien" versteht sich ThePioneer als unabhängiges, multimediales und partizipatives Angebot für Politik- und Wirtschaftsinteressierte, das sich dem Perspektivwechsel verschrieben hat.

Als schwimmendes Hauptquartier sowie Begegnungsstätte dient der Pioneer-Crew "das erste Redaktionsschiff der Welt", ThePioneer One, auf dem fortan alle Digital- und Live-Inhalte produziert werden. Das 40 Meter lange und 7 Meter breite Medienschiff mit Newsroom, Tonstudio, 10 dauerhaft installierten Kameras und einem Regieraum zur Produktion von broadcastfähigen Audio- und Video-Formaten. Über den Arbeitsräumen befindet sich das geräumige Freideck, auf dem Live-Journalismus und auch Kulturveranstaltungen wie  Konzerte und Lesungen geplant sind.

Steingart und das Management halten die Mehrheit der Unternehmensanteile, rund ein Drittel zudem der Medienkonzern Axel Springer. Ein weiterer Teil der Anteile soll nach Firmenangaben nach der Umwandlung der GmbH in eine AG Lesern und Hörern zum Kauf angeboten werden.

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