Digitalchef Markus Hofmann rät: Gute journalistische Inhalte noch entschlossener bepreisen

 

Markus Hofmann ist Leiter Digitale Inhalte bei der Badische Zeitung. Innerhalb der kress pro-Titelgeschichte über den Digitalverkauf in Corona-Zeiten sagt Hofmann, wie er Reichweite in bezahlte Digitalabos wandelt und wie man jetzt grundsätzlich Digital-Inhalte verkaufen muss.

kress pro: Welches Paid-Modell verfolgen Sie grundsätzlich?

Markus Hofmann: Das digitale Abonnement ist seit 2012 der Nukleus der Digitalstrategie der Badischen Zeitung. In den vergangenen Jahren haben wir bei unseren digitalen Produkten die Menge der kostenlos verfügbaren Inhalte kontinuierlich verknappt und den Produktpreis unserer beiden Digitalpakete (Premium und Web/Basis) stetig angehoben. Wir haben heute eine hybride Paywall, die ein Plus-Modell und Metered kombiniert. Eine wichtige Rolle mit inzwischen 180.000 Accounts spielt eine Registrierung als Ausgangspunkt digitaler Kundenbeziehungen.

kress pro: Mit welchen Maßnahmen und Methoden gelingt es Ihnen, Reichweite in bezahlte Digitalabos zu wandeln?

Hofmann: Wir konvertieren immer häufiger Abonnenten direkt an der Paywall. Optimierungen an der Bezahlschranke - zum Beispiel in der Angebotskommunikation, bei Produktlaufzeiten oder in der UX - manifestieren sich meist sofort in einem steigenden Absatz. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der systematische Einsatz von Instrumenten, die Habitualisierungen fördern und das Engagement steigern - also zum Beispiel Newsletter, Pushnachrichten, Personalisierung oder auch Corona-Newsblogs.

kress pro: Wie haben sich die Absatzzahlen im März und April entwickelt?

Hofmann: Die Zugänge unseres Web-Abos haben sich in diesen beiden Monaten im Jahresvergleich versiebenfacht. Damit ist noch mehr Dynamik in unser digitales Geschäft mit bald 30.000 Digitalabonnenten gekommen. Wir haben schon vor Corona ein exponentielles Wachstum beim Kundenbestand unseres Digitalabonnements verzeichnet, das sich jetzt massiv beschleunigt hat. 

kress pro: Welchen Tipp haben Sie grundsätzlich, um Digital-Inhalte zu verkaufen?

Hofmann: Eine erfolgreiche Paid-Content-Strategie basiert auf Reichweite. Der Rohstoff für Reichweitenwachstum sind frei verfügbare Inhalte. Treiber von Digitalabonnements hingegen sind kostenpflichtige Inhalte. Hier ist ein Zielkonflikt und ein Optimierungsproblem. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Branche in den kommenden Monaten gute journalistische Inhalte noch entschlossener bepreisen sollte.

Was Digitalprofis jetzt raten: Auf welche Modelle sie setzen. Mit welchen Methoden sie Kunden gewinnen und wie sie sie halten. Dazu: Wie Medienhäuser nach der Corona-Krise vom Absatz-Boom in Netz profitieren. Die wichtigsten Learnings der Macher und Paid Experten.

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