Es geht auch um Diversität: Manuela Kasper-Claridge holt fünf Expertinnen und Experten in die Deutsche-Welle-Chefredaktion

04.06.2020
 

Manuela Kasper-Claridge, seit Mai Chefredakteurin der Deutschen Welle, will neue Akzente setzten. Sie erweitert die Chefredaktion um fünf Mitglieder. Diese haben jeweils einen anderen kulturellen Hintergrund und sind Experten auf ihrem journalistischen Gebiet.

"Es geht mir um den klaren Fokus auf Digitalisierung. Ich will, dass wir unsere Zielgruppen fest im Blick haben. Und es geht um Diversität", sagt Manuela Kasper-Claridge. "Die neuen Mitglieder der Chefredaktion haben jeweils einen anderen kulturellen Hintergrund und sind Experten auf ihrem journalistischen Gebiet. Sie werden mich beraten und wichtigen inhaltlichen Input liefern." 

Der Leiter der JaafarTalk-Redaktion und mehrfach preisgekrönte Journalist Jaafar Abdul Karim hat ein Millionenpublikum und steht für den intensiven und erfolgreichen Dialog mit den DW-Nutzenden im arabischsprachigen Sendegebiet und in Europa. In die Chefredaktion soll er seine Erfahrung mit Sozialen und Online-Medien einbringen, um Impulse für weitere digitale Formate zu setzen.

Die Amerikanerin Kristin Zeier setzt in ihrer publizistischen Arbeit auf die Stärken der journalistischen Qualitätsprüfung, die sie in die Chefredaktion einbringen will. "In Zeiten der medialen Fragmentierung und Desinformation gibt es eine starke Nachfrage nach sachlicher Information und sorgfältiger Recherche. Darauf setzten wir bei der DW und liefern wichtige Faktenchecks", betont Zeier.

Erkan Arikan ist seit 2018 Leiter der Türkisch-Redaktion der DW und verantwortet unter anderem den Youtube-Kanal +90, den die DW gemeinsam mit France 24, der BBC und Voice of America betreibt. Zielsetzung des türkischsprachigen Angebots ist die Stärkung von Meinungsfreiheit und Vielfalt. In der Chefredaktion fokussiert sich Arikan auf das Themenfeld Transparenz.

Sandra Petersmann war ARD-Korrespondentin in Südasien, wo sie ihre Leidenschaft für den investigativen Journalismus entdeckte. Sie baut bei der DW mit ihrem Team die umfassende und weltweite Recherche aus. Gleichzeitig bringt sie ihre Erfahrungen mit globalen, kollektiven Recherche-Netzwerken in die Chefredaktion ein.

Der Wirtschaftsjournalist Chiponda Chimbelu ist ausgewiesener Afrikakenner und beschäftigt sich in seiner journalistischen Arbeit intensiv mit Diversity-Themen wie Rassismus im Arbeitsalltag. "Diversity heißt für mich Gemeinsamkeiten entdecken, aber natürlich auch die Anerkennung und Wertschätzung unabhängig von der sozialen oder ethnischen Herkunft eines Menschen, seiner sexuellen Orientierung, seiner Religion oder anderer Merkmale", so Chimbelu.

"Mit diesem starken Team werden wir wichtige inhaltliche Impulse nach außen und nach innen setzen", ist Chefredakteurin Manuela Kasper-Claridge überzeugt. "Die große kulturelle Vielfalt und die sehr unterschiedlichen Erfahrungen machen die Stärke unserer Berichterstattung aus. Darauf bauen wir. Wir werden weitere Qualitätsformate für die digitalen Plattformen entwickeln. Unser Ziel ist nachhaltiges Reichweitenwachstum." Im März und April habe die DW jeweils mehr als eine Milliarde digitale Zugriffe erzielt.

Zur Person: Erkan Arikan studierte an der Freien Universität (FU) in Berlin Rechtswissenschaft und am Journalisten-Kolleg der FU Kommunikations-, Sozial- und Politikwissenschaften.  Von 1999 bis 2003 war er als Redakteur und Moderator beim Nachrichtensender n-tv tätig, bevor er zum WDR nach Köln wechselte. Dort verantwortete er das türkischsprachige Angebot des internationalen und interkulturellen Hörfunkprogramms Cosmo, vormals Funkhaus Europa. Seit November 2018 ist Arikan Leiter der Türkisch-Redaktion der Deutschen Welle. Er war maßgeblich am Aufbau des YouTube-Formats +90 und dem Nachrichtenangebot DW Haber beteiligt.

Sandra Petersmann studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Hannover und Johannesburg. 1999 volontierte sie bei der Deutschen Welle, anschließend war sie oft als Krisenreporterin in Afrika und Asien unterwegs, vor allem in Afghanistan. 2012 wechselte sie für fünf Jahre als Südasien-Korrespondentin in das ARD-Studio Neu-Delhi. Heute leitet sie das Team Recherche & Investigation bei der DW.   

Chiponda Chimbelu, aufgewachsen in Sambia, studierte Englische Literatur an der Western Illinois University (USA) und Übersetzungswissenschaften an der englischen Universität Manchester. 2009 kam er als Praktikant zu DW und absolvierte ab 2011 ein Volontariat. Chimbelu moderierte und produzierte die wöchentliche Wissenschafts- und Technologie-Radiosendung Spectrum. Heute arbeitet er hauptsächlich für die Wirtschaftsredaktion. Er produziert eine Nachrichtensendung und berichtet über die Auswirkungen der europäischen und chinesischen Außenpolitik auf afrikanische Länder sowie über Vielfalt und Integration in Deutschland. 

Kristin Zeier leitet das Channel Management Team der DW und ist verantwortlich für die deutsche und englische Nachrichten-Homepage. Die gebürtige US-Amerikanerin arbeitet seit fast 20 Jahren für die DW, davon einen Großteil in den digitalen Medien. Ihre vielfältigen Erfahrungen mit Radio, TV, Videoproduktion und Sozialen Medien nutzt sie als Appell, die Chancen der sich wandelnden Medienlandschaft aktiv zu nutzen. Zeier freut sich darauf, die DW zum digitalen Medienunternehmen und Anbieter hochwertiger und attraktiver Inhalte für ein jüngeres internationales Publikum weiterzuentwickeln.

Jaafar Abdul Karim ist ein internationaler, preisgekrönter Journalist und seit Juli 2019 der Moderator der interaktiven personalisierten Talk Show JaafarTalk der Deutschen Welle. Neben seiner Tätigkeit als Moderator ist Abdul Karim ebenfalls Kolumnist für Zeit Online und hat einen VLog auf Spiegel Online und als mehrsprachiger Experte ein gefragter Interviewpartner in Deutschland und anderen Ländern. Bis Juni 2019 moderierte Abdul Karim die Jugendsendung Shababtalk zu gesellschaftskritischen Themen und erreichte jede Woche ein Millionenpublikum in der arabischen Welt. Der libanesisch stämmige Moderator ist in Liberia geboren und aufgewachsen in der Schweiz und dem Libanon, studierte Abdul Karim in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

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