Oliver Klein: Ich bin fest davon überzeugt, dass klassische PR-Agenturen aussterben

16.06.2020
 

Wie verändert das Virus die PR? Oliver Klein, Inhaber der Pitchberatung Cherrypicker, gibt im aktuellen PR Report die Antwort.

Ich glaube, dass PR und modern aufgestellte PR-Agenturen eine ganz neue Bedeutung bekommen. War PR vor Corona noch oft irgend ein Apendix der Markenkommunikation und wurde immer mehr von dem neuen, aber oft unklaren und viel gestressten Buzzword Content übermalt, entsteht durch und wahrscheinlich auch nach Corona eine neue Chance auf intelligente und zeitgemäße PR-Arbeit. Informationen, verpackt in spannende und relevante Geschichten, bekommen eine neue Aufmerksamkeit und einen neuen Stellenwert.

Und in Verbindung mit Kreativität können sie eine Macht und Wirkung erreichen, mit der sich typische Werbung derzeit meist schwer tut. Es entsteht ein neuer Typus von Kommunikation, bei der Werbung und PR miteinander verschmelzen und so die Menschen wieder besser und nachhaltiger erreichen. Narrativ, Werbebotschaft, Information und Media werden sich viel geschickter verzahnen als noch vor einiger Zeit.

Ich bin fest davon überzeugt, dass klassische PR-Agenturen aussterben. Viele von ihnen sind zu klein, haben kaum Skalierbarkeit und wenig breite Kompetenzen. Als Kernkompetenz sehen sie immer noch den Presseverteiler und den Kontakt in die Redaktionen. Sie können die Anforderungen der Kunden nicht mehr ausreichend bedienen, vor allem in den Bereichen Strategie, Kreativität, Daten und Technologie.

Die PR-Agentur der Zukunft muss sich zu einem strategischen und kreativen Kommunikationsentwickler wandeln. Für modern geführte und weit nach vorn blickende PR-Agenturen sehe ich derzeit eine große Chance, Informationen, Geschichten und Emotionen geschickt zusammenzubringen, um Menschen in ihrer heutigen Lebenswirklichkeit nachhaltig zu berühren. 

Solche Agenturen brauchen vor allem sehr gute strategische Kompetenzen mit einem "Full Thinking"-Anspruch und sehr, sehr gute Kreativität. Zudem brauchen sie eine Mindestgröße von weit mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein Investment in sehr kompetente Köpfe und Know-how in Daten und Technologie.
 
Agenturen, die das nutzen, werden in Zukunft eine neue Kategorie aufmachen, die derzeit noch keinen Namen hat. In dieser treffen Kreativ- und moderne PR-Agenturen im Wettbewerb oder als Partner aufeinander.
 
Kommt das alles durch Corona? Nein, es ist ein Prozess, der längst begonnen hat, den aber viele noch nicht wahrhaben wollen.

Tipp: Der neue PR Report gibt Impulse, wie Agenturen durch die schlechten Zeiten kommen und sich für die Zukunft besser aufstellen können. Jetzt den PR Report in unserem Shop kaufen.

Weitere Top-Themen im neuen PR Report:
 
- "Der Fehler liegt im System": Der Preis-Berater Markus Hartmann über das problematische Geschäftsmodell vieler Agenturen und den Weg zu höheren Honoraren, mehr Gewinn und mehr Stabilität.
 
- So retten Agenturen ihr Geschäft: Neun Akquise-Tipps, um zurück in die Erfolgsspur zu finden.

 

Hintergrund: Der PR Report erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Daniel Neuen.

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