Warum bei Axel Springer der Jubel über die neuen Bundesligarechte groß ist

23.06.2020
 

Axel Springer hat beim Bieterverfahren der DFL für die audiovisuellen Medienrechte der Bundesliga und 2. Bundesliga den Zuschlag für zwei Rechtepakete erhalten. Bei einem geht es um die Verwendung von 60-sekündigen Highlight-Videos auf digitalen Außenwerbeflächen.

Axel Springer hat sich das Rechtepaket "M" und das neu geschaffenene "DOOH" geschnappt. Die Rechte gelten ab der Saison 2021/2022 für vier Spielzeiten bis 2025. Damit will der Medienkonzern mit der Fußball-Berichterstattung für seinen Sport-Newsroom mit Bild, Sport Bild, Bild am Sonntag, B.Z., B.Z. am Sonntag, Welt und Welt am Sonntag noch offensiver spielen.

Mit dem Paket "M" sollen den inzwischen rund 480.000 Abonnenten von Bildplus die Highlight-Videos aller Begegnungen der beiden höchsten deutschen Spielklassen unmittelbar nach Abpfiff zur Verfügung stehen. Darüber hinaus könnten die spektakulärsten Szenen schon an den Spieltagen in exklusiv für die Abonnenten produzierten redaktionellen Formaten und Shows integriert werden, heißt es bei Axel Springer. Auch Welt habe künftig die Möglichkeit, den rund 125.000 digitalen Abonnenten die Highlight-Videos anzubieten.

Axel Springer hat auch das erstmalig ausgeschriebene Rechtepaket "DOOH" erworben, das die Verwendung von 60-sekündigen Highlight-Videos für Bild und Welt auf digitalen Außenwerbeflächen ermöglicht. Welt ist derzeit schon auf rund 25.000 Out-of-Home-Screens in Deutschland vertreten.

"Mit den neuen Rechtepaketen werden wir den Fußball-Fans direkt nach dem Schlusspfiff die besten und schnellsten Highlight-Clips und Analysen bieten, die es in Deutschland gibt. Damit schaffen wir ein großartiges multimediales Erlebnis auf all unseren Plattformen", jubelt Matthias Brügelmann, Chefredakteur Sport der Bild- und Welt-Gruppe.

Für Stefan Betzold, Geschäftsführer Axel Springer News Media National Digital, ergeben sich im Zusammenspiel beider erworbene Rechtepakete "ganz neue und innovative Formen der crossmedialen Sichtbarkeit und Promotion": "Das Paket 'M' unterstützt den konsequenten Ausbau unserer Paid Content Initiativen bei Bildplus und Weltplus. Zudem können wir mit dem 'DOOH'-Paket neue Touchpoints für die Fans aber auch für unsere Werbepartner im Zusammenspiel mit der crossmedialen Reichweite unserer Marken erschaffen."

Hintergrund: Die 36 Vereine der Fußball-Bundesliga und der 2. Bundesliga müssen für die vier Saisons von 2021 bis 2025 mit weniger TV-Geld auskommen. Nach Angaben von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wurde bei der Auktion der Medienrechte für den Zeitraum durchschnittlich pro Jahr 1,1 Milliarden Euro und damit insgesamt 4,4 Milliarden Euro erlöst. Bei dem noch bis Ende der kommenden Spielzeit laufenden Vertrag waren für vier Saisons 4,64 Milliarden Euro erzielt worden.

Wichtigster Partner der Bundesliga-Vereine bleibt Sky, auch wenn der Pay-TV-Sender ab 2021 weniger Begegnungen zeigen darf als derzeit. 200 Punktspiele laufen künftig samstags beim Langzeit-Partner aus Unterföhring. Außerdem zeigt Sky alle Spiele der 2. Liga und die Konferenzen beider Ligen. DAZN konnte hingegen sein Angebot auf 106 Erstliga-Partien live ausbauen. Der kostenpflichtige Streamingdienst zeigt die Erstliga-Partien am Freitag und am Sonntag.

Ohne zusätzliche Kosten können die Fans die Zusammenfassungen der Liga auch zukünftig in der Sportschau der ARD und im Aktuellen Sportstudio des ZDF sehen. Die ARD ist einer der Gewinner der Auktion und sicherte sich mehrere Pakete, darunter alle für Radio.

Zu den Gewinnern des Wettbietens gehört auch Sat.1. Der Free-TV-Sender hat überraschend ein Live-Rechtepaket erworben und darf von 2021 an pro Saison neun Spiele im Free-TV zeigen. Zu den Begegnungen gehören der Supercup sowie Erstliga-Partien am 1., 17. und 18. Spieltag, die bis Ende der kommenden Saison beim ZDF laufen. Dazu kommen vier Relegationsspiele und das Auftaktspiel der 2. Bundesliga.

Neu ist, dass zukünftig wieder Spiele der 2. Liga ohne Zusatzkosten zu sehen sein werden. 33 Partien am Samstagabend darf Sport1 übertragen, parallel zu Sky.

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