Norbert Minwegen: PR geht auch ohne Journalismus

 

Eigentlich wollte sich Norbert Minwegen als Präsident der DPRG nicht mehr zur Verfügung stellen. Vergangene Woche wurde er wiedergewählt. Im Interview mit dem aktuellen "Wirtschaftsjournalist" sagt er, dass PR prinzipiell auch ohne Journalismus gehe. Aber ohne Journalismus sei alles nichts.

Wirtschaftsjournalist: Herr Minwegen, wer überlebt die Corona-Krise: die PR oder der Journalismus?

Norbert Minwegen: Beide, hoffe ich. Im Augenblick merken wir, dass beide gehört und benötigt werden: PR-Berater und die Medien. Und zwar mehr denn je. Das Informationsbedürfnis und die Informationsaufnahme der Menschen sind enorm gestiegen. Und wenn ich in meinen Alltag eines Unternehmenskommunikators hineinschaue, dann sind wir Tag und Nacht beschäftigt. 
 
Wie äußert sich das?

Die Krisenkommunikation läuft auf Hochtouren. In der Branche haben auch Kollegen weniger zu tun. Das sind die, die im Bereich Fortbildung mit Seminaren und Workshops unterwegs sind. Aber auch hier finden sich interessante Lösungsansätze wie zum Beispiel Webinare statt Seminare. 
 
Die PR hat kräftig aufgerüstet: Newsrooms und Storytelling, und dann wechseln oft die besten Journalisten und Journalistinnen die Seiten. Zugleich kommt das Verlagsmodell durch die Corona-Krise in große Nöte. Hat die PR gewonnen?

Da möchte ich jetzt ganz vehement widersprechen. Es wird immer Journalisten geben. Wir brauchen eine freie Presse, wir brauchen Zeitungen und Verlagshäuser ebenso wie Wochen- und Monatsmagazine, die den Blick auf die Welt richten. 
 
Geht PR auch ohne Journalismus?

Jedes Unternehmen schreibt durch sein eigenes Handeln Geschichte. Und wenn es eine schlechte Geschichte schreibt, wird es jemanden geben, der darüber berichtet. Das sehe ich jetzt mal ganz unabhängig von der PR-Branche. Es wird da immer etwas zu berichten geben. Ich bin guter Dinge, dass es Journalisten und den Journalismus auch weiterhin geben wird.

Was Pressesprecher Journalisten zumuten, warum die DPRG Journalismus nicht aktiv unterstützt und wie zahnlos der Kommunikations-Kodex ist, lesen Sie im gesamten Interview im aktuellen "Wirtschaftsjournalist"

Der "Wirtschaftsjournalist" erscheint wie der PR Report im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Wolfgang Messner.

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