Exklusiv: Die wichtigsten Berater der Medienbranche

06.07.2020
 

Exklusiv in kress pro, dem Magazin für Führungskräfte in Medien: Consultants, die Verlagschefs und Publisher jetzt kennen sollten.

Es gibt Verleger, die Unternehmensberatung komplett ablehnen. Sie fragen sich: Wozu externe Leute beauftragen, wenn man seine eigene Geschäftsführung schon teuer bezahlt. So rigoros urteilen allerdings nur wenige Gesprächspartner, mit denen kress pro bei der Recherche für die Medienberater-Liste gesprochen hat. Tatsächlich gibt es mindestens vier einleuchtende Gründe, guten Rat einzukaufen.

1. Die Medienwelt dreht sich so schnell wie nie. Fähigkeiten, die gestern noch gefragt waren, reichen heute schon nicht mehr aus. Auch wenn "digitale Transformation" als Begriff überstrapaziert sein mag, ist sie die Quelle von sprudelnder Veränderung und erfordert neue Kompetenzen, die in Medienhäusern nicht vorrätig sind.

2. Berater sind viel unterwegs, graben sich tief in Projekte ein, lernen ganz unterschiedliche Unternehmen kennen. Dadurch bringen Consultants Wissen von außen ins Publishing, und sie gehen mit unverstelltem Blick ans Werk.

3. Manchmal reicht es eben nicht, Produkte zu verbessern und Prozesse anzupassen. Einstige Fachverlage, die heute mit Software-as-a-Service ihr Geld verdienen, oder Zeitungen, die inzwischen einen Großteil ihrer Vertriebserlöse durch digitale Abos erwirtschaften, können das bestätigen. Wer sein Geschäftsmodell radikal umbaut, muss Führungskräfte und Mitarbeiter mental bereit, fachlich fit und ausdauernd machen. Das schafft kaum ein Unternehmen ohne externe Hilfe.

4. Ist sich die Geschäftsführung über die strategische Ausrichtung unsicher, gerät ein Unternehmen wirtschaftlich unter Druck, lassen sich strukturelle Marktveränderungen nicht mehr durch operative Eingriffe (Kosten kürzen, Stellen streichen) kompensieren, dann sollten die Chefs im eigenen Haus zwar selbst wissen, was zu tun ist. Aber um Entscheidungen abzusichern und sie gegenüber Gesellschaftern, Mitarbeitern, Öffentlichkeit nachvollziehbar zu begründen, sind Berater zumindest als Sparringsberater willkommen.

Die Beraterbranche hat zehn Jahre strammes Wachstum hinter sich. Laut Lünendonk-Liste setzten die führenden Managementberatungen im vergangenen Jahr knapp 10 Milliarden Euro mit Kunden in Deutschland um, für den gesamten Markt meldet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen für 2019 ein Volumen von fast 36 Milliarden Euro. Konjunkturelle Eintrübung und erst recht die Corona-Krise treffen auch die Consultingbranche teilweise hart, der Bedarf vor allem an Beratung und Projekten zur Transformation bleibt aber hoch.

Trotz mitunter immenser Tagessätze  - unsere Quellen nennen 1.500 Euro für Junior- bis zu 6.000 Euro und mehr für Top-Consultants - kann sich das Anheuern von Beratern rechnen. Gerade Medienfirmen haben in den vergangenen Jahren ihre Organisation verschlankt und Geld gespart, indem sie manche Leistung nicht mehr vorhalten, sondern bei Bedarf einkaufen.

Manager übrigens sehen das Engagement von Beratern pragmatisch. Können sie der Firma helfen, ein Problem zu lösen? Dann erfolgt der Auftrag. Was auffällt: Viele Medienkapitäne arbeiten schon lange mit bestimmten Beratern zusammen. Nicht der Name der Beratungsfirma entscheidet, sondern die jeweilige Person. Gute Erfahrungen binden. Grundsätzlich gilt: Je größer und klangvoller die Consulting-Marke, desto höher steigt die Gefahr, dass die Anführer top sind, aber nicht unbedingt die Qualität des restlichen Teams.

Die 25 wichtigsten Berater für Medienhäuser (in alphabetischer Reihenfolge):

Marcus Englert, Solon Management Consulting

Stieg 2010 als Associate Partner und Geschäftsführer bei Solon ein, war zuvor Digital-Vorstand bei ProSiebenSat.1 Media. Englert berät große Medienhäuser aus TV, Print, Online. Er ist exzellent vernetzt, Investor des Medien-/Technologie-Fonds Texas Atlantic Capital, sitzt im Aufsichtsrat von Rocket Internet, Zattoo, Sixt Leasing. Unter den "Hidden Champions des Beratungsmarktes" war Solon 2020 zum vierten Mal in Folge die Nummer eins in der Kategorie Telekommunikation & Medien. Warum in der Liste? Er ist ein erfahrener Manager und Berater, der Solon zu einer renommierten Consulting-Adresse in der Branche gemacht hat.

Klaus Goldhammer, Goldmedia Strategy Consulting

Gründete 1998 Goldmedia, die heute zu den wenigen spezialisierten Beratungen für Kommunikations-, Medien- und Entertainmentmärkte in Deutschland gehört. Sie bietet Consulting und Forschung aus einer Hand, veröffentlicht etliche Branchen- und Standortstudien. Goldhammer gilt als kritischer Geist und zupackender Umsetzer. Aktuelle Tätigkeitsschwerpunkte: Management digitaler Transformationsprozesse, Coaching und Start-up-Beratung, digitale Datendienste für die Kreativwirtschaft. Warum in der Liste? Spezialist für Medien und verwandte Branchen, durch eigene Forschung nah am Markt.

Peter Kirchner, Kirchner + Robrecht Management Consultants

Datengetriebene Geschäftsmodelle voranbringen, redaktionelle Prozesse neu ausrichten, Printgeschäft konsolidieren: An solchen Themen arbeitet die Consulting-Firma, die auf mehr als 1.000 Projekte zurückblickt. Peter Kirchner, seit 1993 geschäftsführender Gesellschafter, ist einer der erfahrensten Berater im Land. Künstliche Intelligenz in Medienunternehmen einzusetzen, wird zentraler Bestandteil der Beratung, dazu kooperiert K+R mit Ai.Associates, einem Pionier in Machine Learning. Warum in der Liste? Ein Berater, der die Medienbranche aus dem Effeff kennt, große Projekterfahrung hat und früh Zukunftsthemen besetzt.

Katja Nettesheim, Mediate Group

Ihre Kernkompetenzen sind digitale Transformation, strategisches Business Development und Investments/M&A. Dafür wird Nettesheim von Kunden – darunter Bonnier, Egmont, Nussbaum Medien, Mindener Tageblatt, Schibsted, SWMH, Regiocast – gebucht und geschätzt. Nach vielen Jahren als Managerin bei Axel Springer und Beraterin bei Boston Consulting gründete die Juristin 2008 die Mediate Group. Ihr Antrieb: Medienunternehmen Erfolgsrezepte für die digitale Wirtschaft vermitteln. Warum in der Liste? Ist in der Medienbranche stark verankert, steht für ausgeprägtes Digital-Know-how plus Umsetzungsfähigkeit.

Michael Rzesnitzek, EY-Parthenon

Der Diplom-Kaufmann kennt das Mediengeschäft aus eigener langjähriger Praxis. Nach acht Jahren bei Gruner + Jahr baute er ab 1999 als Geschäftsführer die "FTD" mit auf, von 2004 bis 2007 war er in gleicher Position für die "FT" in London tätig. Danach Partner bei OC&C Strategy, seit 2018 bei EY-Parthenon mit Schwerpunkt auf Technologie-, Medien- und Telekommunikationsindustrie sowie Private-Equity-Projekte. Unter anderem tätig als Berater des Beirats der Vogel Communications Group. Warum in der Liste? Tiefe Marktkenntnis; weiß, wie es in Verlagen zugeht, wo Wandel an Grenzen stößt und wie man sie überwinden kann.

Ulrich Scher, Saar + Scher Unternehmensberatung

In der verschwiegenen Beraterbranche glänzen Günter Saar und Ulrich Scher mit ungewöhnlicher Transparenz. Mehr als 80 Kunden listet das Duo auf der eigenen Website als Kunden auf. Darunter sind viele Zeitungen aus Deutschland (u. a. "FAZ", "Rheinische Post") und der Schweiz ("Tages-Anzeiger"). Beide werden empfohlen zur Verbesserung redaktioneller Prozesse (wie Automatisierung im Newsroom) und Vertriebsthemen. Sie arbeiten ausschließlich in der Medienbranche. Warum in der Liste? Zeitungsspezialisten mit viel Erfahrung für Prozessoptimierungen.

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kress pro - das Magazin für Führungskräfte in Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Chefredakteur ist Markus Wiegand.

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